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Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum ® in Bückeburg – Mirabilia verzaubert die Menge

Mirabilia - eine wunderschöne Tribal Formation verzauberte das Publikum Gisbert Hiller, der Veranstalter des Mittelalterlich Phantasie Spechtaculum ® hat es nicht leicht: Im Vorfeld der beiden Bückeburger Veranstaltungen gab es – wie berichtet – reichlich Ärger mit den Behörden und es sah fast so aus, als ob die Veranstaltung auf der Kippe steht. Dann gab es einen Besucherandrang am Samstag in  der letzten Woche der angesichts der Wettervorhersagen nicht zu erwarten war, einen leicht regnerischen Sonntag letzte Woche und an diesem Wochenende wurden Wilhelm - mein neues Wahrzeichenwir von absoluten Mistwetter geplagt. Vorweg: Der Veranstalter hatte die organisatorischen Schwierigkeiten des letzten Wochenendes erkannt und vorbildlich darauf reagiert. Es gab zwei Flutlichtmasten auf dem Zeltplatz, die Toiletten wurden mehrfach am Tag gereinigt, die Anzahl vergrößert und es wurden Wassertanks zum Händewaschen aufgestellt. Leider blieb der Besucheransturm aus, was sicherlich am Wetter lag: Wir hatten Schwierigkeiten die Zelte aufzustellen.Gut das mein ganzer Stolz – ein massiver Faltpavillon – so stabil ist, der Wind wehte kräftig. Nun zeigte sich, dass mein Erlebnis in Hamburg Bahrenfeld zu etwas Nütze war, der Pavillon und mein Zelt wurden mit stabilen, extra gekauften Zeltnägeln gesichert und ich hatte keine Probleme mit dem Wind. Samstag Nacht wurden übrigens ein paar Zelte umgeweht – das war schon teilweise Sturm was am Wochenende über uns hinweg zog. Ich habe ein neues Erkennungszeichen aufgestellt – ich darf auf dem Foto rechts vorstellen: Wilhelm the Conqueror, jedenfalls das, was von ihm übrig blieb. Wenn ihr in Zukunft diesen Pfahl auf dem MPS Zeltplatz seht, bin ich da und am Zelt. Am Samstag klarte der Himmel leicht auf und teilweise schien sogar die Sonne. Zuweilen kamen aber auch so bedrohliche Wolken dass einem Angst und Bange werden konnte – aber das Wetter hielt. Ein bisschen arg windig bis stürmisch, aber das war jedenfalls besser zu ertragen als Nässe und die blieb bis lange nach den Nachtkonzerten aus. Das musikalische Programm war ein bisschen verändert worden, Saor Patrol, Rapalje, Saltatio Mortis und Das Niveau waren schon am letzten Wochenende zu hören gewesen, diesmal waren auch Duivelspack, Die Irrlichter und Hosoo & Transmongolia am Samstag, am Sonntag dazu noch Schelmish und Vermaledeyt dabei. Jedenfalls waren die Sonntags geplant und ich hoffe die konnten auch auftreten – angesichts des Dauerregens der sich Samstagnacht eingestellt hatte zog ich es nämlich vor den Platz am Sonntag nicht mehr zu betreten. Ich habe es nicht geschafft, Duivelspack anzuhören, Das Niveau und Transmongolia entsprechen nicht so ganz meiner musikalischen Richtung so das ich die Irrlichter, Saor Patrol und das Nachtkonzert von Rapalje angehört habe. Die Irrlichter waren Klasse, jedes Set von denen war ein Mix aus mehr oder weniger anzüglichen Texten  und hochklassiger Mittelaltermusik. Die fünf Mädels haben es echt drauf, die Männerwelt auf den
Arm zu nehmen und witziger weise fallen immer wieder einige männliche Zuschauer auf die Damen herein. Wenn sie also in höchsten Tönen die Vorzüge und Merkmale  eines schönen Mannes rühmen findet sich fast immer ein zumeist etwas alkoholisierter Mann, der brüllt, das er all diese Eigenschaften erfüllt. Was dann folgt müsst ihr selbst erleben … Genial ist auch das Stück “Madeleine” in dem – meistens Ela – als Schäferin angepriesen wird, die nun sehr traurig ist, dass sie ihre Schafe außerhalb des Geländes lassen musste. Klar das da Abhilfe geleistet werden muss  – und das Publikum ist die Schafherde das dann auf  ein Zeichen von Ela möhen muss, was das Zeuchs hält. Zuweilen vermisst sie auch den Schäferhund und auf ein Zeichen von Jutta muss das Publikum bellen. Klasse! Eines muss man den Mädels aber mal sagen – Männer sind nicht Multi – Taskingfähig! Wir können nicht gleichzeitig bellen und möhen! Es hat jedenfalls sehr viel Spaß gemacht und die Irrlichter sind immer wieder ein musikalischer Hochgenuss. Wer also die Chance hat die fünf mal

Live zu erleben, sollte dies unbedingt tun, Termine erfährt man auf der Homepage. Einen ganz besonderen Leckerbissen habe ich beim Konzert von Saor Patrol gesehen: Die Tribal Dance Gruppe Mirabilia aus Berlin, von der ich ja auch schon in Bahrenfeld berichtet habe, trat wieder auf. Acht bildhübsche Tänzerinnen hielten das Publikum in Atem. Tribal Dance verbindet und verändert Bewegungselemente aus der  arabischen, afrikanischen und asiatischen Folklore. Das Ganze sieht prächtig aus und wirkt wie bis in die kleinsten Bewegungen einstudiert – ist es aber offenbar nicht. Ich habe keine Ahnung vom Tanzen – meine Frau kann das Bestätigen – aber soweit ich das begriffen habe, folgt der Tanz keiner einstudierte Choreografie. Es gibt auch keine feste Führerin, die den Tanz vorgibt, vielmehr wechselt das Ganze immer wieder und die Tänzerinnen verständigen sich non verbal. Dadurch werden quasi immer neue Tänze und Bewegungsmuster geschaffen, man sieht sozusagen nie den gleichen Tanz. Fantastischerweise laufen die Bewegungen der Tänzerinnen synchron ab – wie man das ohne Choreografie schaffen kann ist mir ein Rätsel, aber ich hoffe das zu lösen. Toll sind auch die Kleider und der Schmuck den die Damen getragen haben und ich gestehe hiermit öffentlich: Die Truppe hat mich schon in Bahrenfeld fasziniert – in Bückeburg haben sie mein Herz endgültig erobert, es ist absolut sehenswert was die auf die Beine bringen. À propos auf die Beine bringen: die Gruppe hat nicht nur für die Zuschauer getanzt sonder auch mit ihnen! Am Ende der Tanzvorführungen schnappten sich die Damen jeweils eine oder mehrere Tanzpartnerin (und ich meine auch Männer als Tanzpartner entdeckt zu haben) und zeigten ihnen, wie Tribal Dance gehen kann. Es machte den Leuten einen Heidenspaß, besonders die Kinder waren begeistert. Ich habe eine ganze Menge Fotos von ihnen geschossen,  die ihr hier findet. Leider konnte ich das Set mit den Tänzerinnen am Sonntag nicht mehr sehen, aber ich hoffe, das die Damen nicht allzu sehr gefroren haben.

Zu Saor Patrol muss man noch einiges sagen: Die Band hat ein hohes soziale Engagement und finanziert in Schottland ein soziales Projekt, um “gestrauchelten” Jugendlichen eine Perspektive und eine Zukunft zu geben. SieSaor Patrol haben hier mehrere hunderttausend (!) Pfund(!!!) in dieses Projekt gesteckt. Bei allem martialischen Aussehen sind die Jungs auch überzeugte Kriegsgegner. Charlie Allen erklärt beim Stück Aftermath (Auswirkungen/Nachwehen [der Schlacht), dass hier musikalisch eine Schlacht verfeindeter Clans im 15. Jahrhundert beschrieben wird, in der es nur wenige Überlebende gab. Er beendet diese Auswirkungen stets mit dem Satz, das man sich doch überlegen solle ob man seine Söhne zu Soldaten macht. Trotz des etwas gewöhnungsbedürftigen schottischen Dialekts versteht das Publikum was Charlie zu erzählen hat. Just in dem Moment als er über den Ausgang der Schlacht und die wenigen Überlebenden erzählt grölen 2 sehr betrunkene junge Männer in die Rede hinein – und werden sofort vom umher stehenden Publikum gestoppt. Das Publikum des  Mittelalterlich Phantasie Spectuculum ® ist nicht nur zum Feiern hier und hat durchaus ein offenes Ohr für ein paar ernstere Themen.

Tja, was gibts noch zu berichten? Ich habe natürlich wieder jede Menge alter Bekannter getroffen – Tobi und Lars waren da, Mike hat anderweitig zu tun gehabt und meine neuen Freunde vom Rosenorden. Gruß an euch, leider habe ich vergessen mich am Sonntag zu verabschieden! Aus dem MPS Fan Forum habe ich nur Wa-Hya getroffen, die hatte die ganze Wochen in Bückeburg verbracht. Der Rest des Forums musste bedauerlicherweise arbeiten. Schön war es auch die Piratengruppe Schlimme Schurken“ wieder zu treffen, der Captain hat doch tatsächlich am Samstag öffentlich vor dem Mausoleum einen Heiratsantrag gemacht. Ach ja, ich wollte ja eigentlich nichts mehr zu diesem leidigen Thema Brandschutz auf dem MPS Gelände schreiben, aber dieses muss mal gesagt werden: Eigentlich war eine Feuershow geplant – doch Gisbert Hiller sagte die kurzerhand ab, weil ihm die Wetterverhältnisse mit dem starken Wind zu riskant erschienen. Und das alles ganz ohne behördliche Anordnung … ja, so was gibt es.

Die Nacht vom Samstag auf Sonntag war schlimm: starker Wind bis Sturm, dazu starke Regenschauer, wir haben morgens nicht mal mehr gefrühstückt und sind gleich abgehauen. Vorher traf ich noch den Vogt, Eduard von Sonnenberg und fragte ihn, warum er diesmal nicht das Wetter besser organisiert hätte. “Das war Bruder Rectus,” bekam ich als Antwort, “der hat gestern seine Suppe nicht aufgegessen!” Tja, nun sollte Bruder Rectus mal sein “Mea Culpa” raus brüllen …

So, ein nächster Termin ist in Sierhagen, wir sehen uns doch, oder?

Die Fotos zur Veranstaltung gibt es hier.

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