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Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum ® in Gelsenkirchen – so kann es weitergehen

Der Vogt Eduard von Sonnenberg und Bruder RectusDas war ein Auftakt nach Maß! Das erste Mittelalterlich Phantasie Spectaculum ® 2011 in Gelsenkirchen ist – leider – Geschichte. Und es war ein Knaller! Drei Tage Superwetter, Top Bands, Super Stimmung – MPS Herz was willst Du mehr? Doch der Reihe nach. Ich bin mit meinem Bruder dagewesen, er wie üblich als Wikinger gewandet und ich als Landsknecht,. Meinem Kostüm habe ich mittlerer Weile Overkneestiefel verpasst, darin läuft es sich wesentlich angenehmer  als in meinen alten Tretern. Die Anreise war unproblematisch – wenn man aus dem Norden kam. Die Reisewelle schwappte ja schließlich aus dem Ruhrgebiet raus und wir wollten halt rein. Das hieß, dass Staumeldungen sowohl bei der An- als auch bei der Abfahrt nur aus der Gegenrichtung kamen. Gut war es, dass ich mein Navi mit der Zieladresse füttern konnte – die Ausschilderung vor Ort war ungewohnt dürftig und dummerweise zum Teil irreführend. Das hat nicht so gut geklappt, aber jeder MPS Fan der zur Veranstaltung wollte, hat sie  natürlich auch gefunden.

Das Gelände selbst ist traumhaft – sowohl was die Veranstaltungsfläche als auch die Fläche für die Camper betrifft. Der Zeltplatz war mit Bäumen und Büschen umstanden und es wurden Wasser, Strom und mobile Toiletten angeboten, die wie üblich jeden Morgen aufwändig geleert und gereinigt wurden. Das absolut geniale war aber, dass man sowohl morgens als auch abends die Duschen des Freibades nutzen konnte, und zwar völlig umsonst. Ich wäre auch bereit gewesen, dafür zu zahlen, das ist ein Luxus, den nicht jedes MPS Gelände bieten kann. Jedenfalls gab es jeden Morgen einen langen Pilgerstrom der duschwilligen und es war ganz leicht zu finden, weil mir dutzende frischgewaschene Menschen entgegenkamen und ihre Handtücher in der Hand oder um den Kopf gewickelt hatten (warum nur müssen Frauen dies tun?).

Ein Teil des Zeltplatzes  Der Zeltplatz lag jedenfalls keine 200 m von einem Eingang des Festivalgeländes entfernt, dies war natürlich auch praktisch. Im MPS Fan Forum hatten sich einige Leute verabredet, die Melanie aus Düsseldorfich bisher nur vom Lesen im Forum kannte und siehe da, es hat auch geklappt. Stefan und Evelyn haben es mit dem Wohnwagen tatsächlich hingekriegt und genossen sichtlich das erste MPS des Jahres. Fantasma zeigte sich wieder im Drachenkostüm, was bei der Hitze bestimmt eine kleine Tortur war.

Der Samstagmorgen startete jedenfalls nicht ganz so verheißungsvoll. Die gefühlt einzige Wolke des Ruhrgebietes entlud sich ausgerechnet über dem MPS Gelände und zwar nicht als kurzer Schauer sondern als länger anhaltender kräftiger Regen. Wir konnten Gisbert Hiller förmlich hören, schließlich hatten es die Wettergötter im letzten Jahr nicht allzu gut mit dem  Mittelalterlich Phantasie Spectaculum ® gemeint. Aber bis zum ersten Einlass ließ die Sonne sich wieder blicken und es wurde ein warmer und sonniger Tag. Ich habe jede Menge Leute aus der letzten Saison wiedergetroffen: Frank aus Bielefeld, der seine Frau mittlerweile auch angesteckt hat (das selbstgenähte Kleid sieht Klasse aus!) Toby und Mike, die wir letztes Jahr in Telgte getroffen hatten (in Rastede nehmen wir wieder zusammen meinen Kirschwein ein) und diverse Leute mehr. Bevor ich für heute Schluss mache (ich schreibe morgen am Artikel weiter und bringe dann auch das Fotoalbum und – hoffentlich – ein 360° Fotopanorama der Veranstaltungsfläche) muss ich noch von Melanie berichten. Wenn ich mich noch recht entsinne, kommt sie aus Düsseldorf und hatte ihr selbstgenähtes (!) Kostüm an. Das Teil sieht so super aus, das ich das unbedingt im Bild festhalten musste. Melanie hat allerdings echt geschuftet, ich habe sie am Sonntag morgen getroffen Da hat es sie umgehauen ...und es war schon ordentlich warm. Bei der Hitze dann auch noch unter einem Pelz herum zu laufen – alle Achtung. Wir fragten dann auch, wie sie das aushalten würde, und sie meinte,  nach einer gewissen Eingewöhnungszeit würde das auch gehen. Nachher haben wir sie erschöpft (?) in den Armen ihres Freundes im  Schatten auf der Wiese liegen sehen, ich hoffe, er hat sie wieder aufgebaut. Aber es ist doch schon mehr als erstaunlich, mit welchem Enthusiasmus und mit welcher Professionalität und Liebe so einige Besucher sich Figuren ausdenken und dann auf dem MPS darstellen.

Grandios war das Musikprogramm: Saor Patrol, Schelmish, Rapalje, Metusa, Saltatio Mortis, Vermaledeyt. Ach ja, und “Das Niveau”. Ich will ja eigentlich nichts schlechtes über Gruppen schreiben, schließlich lässt sich über Geschmack trefflich streiten. Aber was die beiden da abliefern geht gar nicht, vor allem wenn Familien mit Kindern auf dem Platz herumspazieren. Diese Meinung habe ich – unaufgefordert – von diversen Besuchern zu hören bekommen. Ich bin wahrlich nicht zimperlich was Kraftausdrücke betrifft aber ich würd das nicht als Kunst bezeichnen und vor Kindern halte ich mich auch zurück.

Erstaunlicherweise werdet ihr wenig über Rapalje von mir in diesem Bericht über Gelsenkirchen zu lesen bekommen, ganz einfach deshalb, weil ich mir nur wenig von ihnen angehört habe. Das liegt nicht etwa daran, dass ich die Gruppe nicht mehr mag, im Gegenteil, aber ich hatte mir Metusa vorgenommen die ich völlig unverdienterweise sträflich vernachlässigt habe. Ich werde einen Extrabericht über diese sympathische Band schreiben. Dieb von Rapalje Ich habe mir beide Nachtkonzerte von Saor Patrol angehört und das Abendkonzert von Faun. Über Saor Patrol wird es noch einen Extra Bericht geben, über Faun lasse ich hier einige Worte fallen. Ich habe die Gruppe zum ersten Mal im letzten Jahr in Öjendorf live erlebt und dann vor kurzem das Acoustic Konzert in Bremen genossen. Ich liebe diese Gruppe! Es war wieder mal alles perfekt, Fiona Rüggeberg entlockt den Flöten Töne, die unglaublich sind, Rüdiger Laue streichelt die Schlaginstrumente und erzeugt Geräusche, die ich nie für möglich gehalten habe und Rairda – ja, was diese Frau für eine Stimme hat ! Ihre Bewegungen auf der Bühne drücken ganz genau die Stimmung der Lieder aus, die sie rüberbringen will. Niel Mitra beherrscht den Synthesizer wie kein zweiter und bringt in den Live Shows die Verbindung von Mystik zur Modernen.  Die große Klammer um alles ist Oliver Satyr, der das Bühnengeschehen jederzeit im Griff hat und es wurde eine Show inszeniert, die nicht nur von den Klängen sondern auch von der Optik mit fantastischen Lichteffekten her absolut perfekt erscheint. Musikalisch ist das Faun Konzert für mich das künstlerisch hochwertigste Musikerlebnis, was das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum zu bieten hat.

Ich bin nicht der ganz große Saltatio Fan und höre mir gelegentlich das eine oder andere von den Jungs an. aber eines muss ich ihnen lassen: die Fangemeinde ist riesig, sie heizen dem Publikum ordentlich ein und allein dem Publikum beim mitmachen zu zusehen ist ein wahrer Genuss. Am Sonntag Abend haben sich Jungs mal wieder selbst übertroffen: bis gut 1 Uhr nachts haben sie Stimmung gemacht und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie anstrengend das ganze auch für die Band ist. Was für mich neu war: seit neuestem steht Luzi das L. nicht mehr in der Formation von Schelmish sonder mit Saltatio auf der Bühne. Schon bei Schelmish hat er die verrücktesten Dinge auf den Brettern angestellt, ich denke mal, bei Saltatio wird er kaum ruhiger werden …

Tja, nun ist Gelsenkirchen 2011 Geschichte, ein sehr gelungener Auftakt mit Traumwetter, Bomben Stimmung und Super Musik. Hoffen wir das Beste, das es genau so weitergeht!

Für diesen Beitrag habe ich mir fotografisch etwas besonderes einfallen lassen: um ein räumlichen Eindruck zu erhalten, habe ich ein 360° Panorama erzeugt:  Klick mich an

Ein Fotoalbum habe ich natürlich auch erzeugt: Klick das Fotoalbum an

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