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Monats-Archive: September 2010

Jahreskarten 2011 für das MPS

Gisbert Hiller vermeldet auf seiner Website, unter diesem Link die Preise und Bedingungen für die Jahreskarten 2011. Erfreulich: Wer jetzt bis zum 5.12.2010 bestellt,  erhält die Jahreskarte 2011 zum gleichen Preis wie für die Jahreskarte 2010. Das nenn ich fair. Wer sich später entscheidet zahlt 3 Euro mehr, nämlich 67 Euro. Das nenn ich nicht nur einen fairen Preis sondern gemessen an dem was einem sonst so auf mittelalterlichen Veranstaltungen geboten wird unverändert sensationell. Also hoffe ich mal, das ich mit dem einem oder anderem Leser (oder Leserin) meines Blogs auch im nächsten Jahr an der Drachenschänke das eine odere Bier zusammen leeren werde …

Mittelalter?

Der Begriff “Mittelalter” wurde von Humanisten, also Menschen, die das kulturelle und ethische Ideal der Antike aufgriffen, geprägt. Nach diesem Verständnis ist das Mittelalter die zeitliche Epoche in Europa zwischen Antike und Neuzeit und  beschreibt als “dunkle” Epoche den Verfall von Kultur und Bildung. Man wird sehen, dass dies eine ziemlich verkürzte und verzerrende Betrachtungsweise ist.  KArl der Große und sein Sohn Ludwig der Fromme,. Quelle: Grandes Chroniques de France, France, Paris  Insgesamt wird das Mittelalter in Früh- Hoch- und Spätmittelalter unterschieden und beschreibt ungefähr eine Zeitraum vom 6.Jahrhundert nach Chr. bis zum 15. Jahrhundert  nach Christus. Das Frühmittelalter beginnt mit dem Ende der Völkerwanderung, also dem Einfall der Langobarden in Italien. Der Beginn kann somit um 568 datiert werden und meint den Prozess des Zerfalls antiker Strukturen, wie etwa Herrschafts- und Wirtschaftsformen. Die Veränderungen im Frühmittelalter sind umfassend: das Christentum setzt sich mit teilweise radikalen Mitteln durch, neue Reiche wie etwa das fränkische Reich entstehen, die Zeit der Wikingerraubzüge beginnt, in Britannien werden mehrere Königreiche gegründet aus denen später England entstehen wird.

Moderne Menschen werden Namen wie Karl der Große mit dem (Früh) Mittelalter in Verbindung bringen:  Das Fränkische Reich zerfällt nach seinem Tod 814 in eine westliche Hälfte, die später zu Frankreich wird und in eine östliche Hälfte, dem späteren “Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation”.  Das Hochmittelalter wird von uns heute oftmals mit der Zeit der Ökumenisches Heiligenlexikon: Die Belagerung von JerusalemKreuzzüge verbunden. Zeitlich könnte man es in die Epoche zwischen der Mitte des 11. Jahrhunderts bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts einordnen.

In diesem Zeitraum lassen sich wiederum eine Vielzahl von Veränderungen in der (westlichen) mittelalterlichen Gesellschaft beobachten. Die Kirche verfestigte zunehmend ihre Macht, die Bevölkerung wächst an, was wiederum den Handel und das Handwerk fördert und damit auch die Geldwirtschaft. Im 11. Jahrhundert wird die Bevölkerung in Europa auf etwa 45 Millionen Menschen geschätzt – Ende des 13. Jahrhunderts sind es schon ungefähr 70 Millionen Menschen. Dies wird durch die Umgestaltung der Landwirtschaft ermöglicht: die Verwendung von Wendepflügen statt Haken, neuer Getreidesorten  sowie die Umstellung auf 3 Felder Wirtschaft ermöglicht nahezu eine Verdopplung der Produktivität in der Landwirtschaft. Wichtig für die gewandeten  Besucher mittelalterlicher Märkte oder des MPS: Die Mode änderte sich im Hochmittelalter. Während Frauen im Frühmittelalter hemdsähnliche Gewänder ohne richtigen Schnitt trugen, wurde die Bekleidung des weiblichen Geschlechts im Hochmittelalter figurbetonter: am Oberkörper war das Kleid enganliegend und oft mit seitlicher Schnürung, die Ärmel oft tütenförmig erweitert, die Röcke durch “Geren” also Keile,  erweitert und endeten oft in eine Schleppe. Die Betonung des Oberkörpers wurde dann noch durch einen Gürtel verstärkt. Auch bei den männlichen Vertretern trat diese Änderung in der Mode ein, wenn auch weit gemäßigter.

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Die Burgmannentage in Vechta

Einmal im Jahr veranstaltet das Zentrum für experimentelles Mittelalter in Vechta die Burgmannentage. Organisiert werden diese zusammen mit Fogelvrei,  die früher zusammen mit Gisbert Hiller das Mittelalterlich Spectaculum, auf die Beine gestellt haben, das später Mittelalterlich Phantasie Spectaculum wurde.

P9266507Das Preis – Leistungsverhältnis für diese Veranstaltung ist unschlagbar – der Eintritt ist kostenfrei, lediglich um eine Spende für das Museum wird gebeten. Das Programm ist aber auch nicht vergleichbar mit dem MPS – es treten keine Musikbands auf, die Kämpfe werden von Heerlagergruppen vorgeführt, insgesamt ist viel weniger Action als beim MPS.  Der  konzeptionelle Ansatz ist allerdings auch überhaupt nicht vergleichbar: wie der Name des Veranstalters “Zentrum für experimentelles Mittelalter” schon ausdrückt soll hier eine Darstellung bestimmter Mittelalterepochen stattfinden und keine Show Veranstaltung. Dies drückt sich auch in den Bedingungen für  teilnehmende Heerlager aus: sämtliche Elemente der Gothic Szene sind verboten, ein Heerlager darf nur einen in sich geschlossenen Zeitabschnitt des Mittelalters zeigen, also ein Mix aus Wikinger und Landsknecht, um mal ein extremes Beispiel zu nennen, wäre untersagt. Die Kleidung sollte selbstgefertigt sein und möglichst handgenäht, falls mit Maschine genäht,  sollte das nicht erkennbar sein. Nun, ich hab den Heerlagern ehrlich gesagt nicht so auf die Wäsche geguckt, aber ich muss sagen, das Bild dass die Heerlager abgaben war stimmig und interessant. Mittelalterlich Musik wurde auch gespielt – unter Verzicht sämtlicher Elektronik wurden mittelalterliche Stücke vorgetragen und das klang wirklich nett. Das Konzept des Veranstalters ging voll auf und wurde vom Publikum gut aufgenommen.

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Das MPS in Öjendorf war der Hammer

Gisbert Hiller hat auf seiner Seite nicht zu viel versprochen, als er schrieb, dass das MPS in Öjendorf der Höhepunkt dieser Saison ist. Das Gelände ist riesengroß – und ich denke das die Grenze, was sinnvoll machbar ist, damit erreicht wurde.  Eigentlich hätte es der Standort verdient, mehrere Tage bespielt zu werden. Die Anfahrt für die Camper war am Samstag ab 10:00 h ein wenig nervig, man musste das Gelände P9056430quasi umfahren. Die Polizei machte die Zufahrt zur Einbahnstraße – und hatte Recht. Wer die Menschenmassen gesehen hat, die sich in Richtung Gelände bewegt haben, konnte erahnen, was die Polizei zu bewältigen hatte. Insgesamt wurden 6 Bühnen bespielt – und zwar durchweg mit Krachern aus der mittelalterlichen Musikszene.  Saltatio Mortis, Streuner, Schelmish, Rapalje, Vermaledeyt, Metusa, Saor Patrol, Faun und für mich ganz neu: Das Niveau. Letztere sind zwei Künstler mit absolut frechen Texten, Dominik von Metusa meinte” Bisher habe ich geglaubt, Metusa hätte die verdrehtesten Texte, aber in “Das Niveau” haben wir unseren Meister gefunden.” Das war wohl wahr, ich habe selten so einen (vergnüglichen) Unsinn gehört, mit einer Menge ausgesprochener und unausgesprochener Anzüglichkeiten. Schade, dass die beiden meinen musikalischen Geschmack nicht treffen, ich hab aber trotzdem zugehört:-) À propos Metusa: Die haben entweder kräftig gefeiert oder sie mussten einen schwarzen Tag erwischt haben: Ich wollte mir endlich eine CD von denen zulegen und da haben sie doch glatt vergessen, welche mitzunehmen. Außerdem stellte Dominik die Gruppe am Sonntagvormittag auf die Probe: Er hielt sich nicht an die Liederliste, die vor Anja auf dem Boden lag und spielte so munter drauf los. Ehrlich: hätte Anja das nicht während des Bühnenauftritts genussvoll erzählt, ich hätte es nicht gemerkt. Sind ja auch schließlich Profis, die Jungs und Mädels und sie beherrschen ihr Handwerk ganz vortrefflich! Weiterlesen

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Guest_983
9. September 2014 - 22:25
Moin, ich habe mal eine Frage an die Erfahrenden hier: gibt es Duschen bzw. Waschgelgenheiten auf der Campsite in Hohenlockstedt?
10. September 2014 - 08:12
@Guest_239: Als ich vorletztes Jahr in Holo war gab es eine Gartendusche. Aber dieses Jahr hat sich ja einiges auf der Campside geändert ...
16. September 2014 - 16:51
Jep Tom - das Gelände in Öjendorf ist MEGA-gross und wir hatten einen tollen Tag, was man unseren Fotos und Videos entnehmen kann. Wir freuen uns schon auf 2015. http://mps.buehnenhopper.de/
19. September 2014 - 19:21
Hi, habe eine ganz banale Frage. Wir wollen spontan morgen nach Borken zum MPS und das mit einer Übernachtung auf dem "Campsite" verbinden. Ist das ein Problem, wenn man erst am Veranstaltungstag anreist und aufbaut?
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