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Monats-Archive: Dezember 2011

Das MPS 2011 – ein Jahresrückblick

Tolles Wetter beim Saisonauftakt des MPS  in Gelsenkichen

In diesem Jahr ist es mir gelungen, bei sage und schreibe elf Veranstaltungen des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums dabei zu sein.  Um es vorweg zu nehmen: Es war ein denkwürdiges und gelungenes Jahr und hatte nur einen Nachteil – es war viel zu schnell rum! Wer hätte außerdem am Anfang des Jahres gedacht, dass wir in 2012 den einen oder anderen Veranstaltungsort verlieren würden – und so tolle neue dazubekommen würden? ich nicht. Seit mehr als zehn Jahren besuche ich das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum, damals eigentlich nur in Bückeburg, danach immer mehr Veranstaltungsorte und seit 2010 übernachte ich regelmäßig auf der Campsite. Seitdem vergeht die Zeit zwischen den Saisons quälend langsam. Was lief gut, was lief weniger gut und was waren die denkwürdigen Momente?

Zunächst einmal war der Saisonauftakt genial – strahlendes Wetter, Besuchermassen,  das Gelände war einzigartig. Schön groß, mit einem Hügel und jeder Menge Schatten. Die Campsite war prima und für die campenden Besucher waren sogar im nahegelegenen Freibad die Duschen geöffnet. Die erste Veranstaltung lief gleich mit den Lieblingen des MPS: SaMo, Rapalje, Saor Patrol, Faun, Metusa, alle waren dabei und die “Kürzungen” im Showprogramm, die Gisbert Hiller aufgrund der katastrophalen Saison 2010 angekündigt hatte, waren durchaus nicht spürbar. Als Ersatz für viele nicht engagierte Kleinkünstler trieben jetzt kleine Gruppen direkt auf dem Gelände ihren Schabernack mit dem Publikum und das war eher eine Bereicherung denn eine Kürzung. Als wir nach Hause fuhren waren wir schon richtig heiß auf die nächste Veranstaltung. Die ersten Veranstaltungen brachen Rekorde: von MPS zu MPS vermeldete

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Metusa im Bambi Galore in Hamburg

Dominik der Saitenreiter von MetusaTaverna Cerritus, ein Projekt in Hamburg, das immer wieder Livemusik der Mittelalterszene auf die Bühne bringt, hatte am Freitag Metusa ins Bambi Galore in Hamburg  eingeladen, so um die 150 begeisterte Fans feierten ihre Band. Die Location war prima, nicht zu klein und nicht zu groß so dass die ganze Zeit Partystimmung herrschte .

Als Rahmenprogramm hatten sich die Veranstalter den Auftritt der Gruppe Narrenbart sowie des Tänzers McRogan ausgedacht. Zum 5 jährigen Geburtstag von Taverna Cerritus sollte wohl auch groß aufgefahren werden. McRogan kenn ich ja von den verschiedensten MPS Veranstaltungen, es war wie immer beeindruckend was er da auf die Bühne brachte- höchst professionell und schön anzusehen. Was Narrenbart allerdings dem Publikum anbot war ziemlich grausam. Ich habe mal versucht über die Gruppe etwas zu googeln und damit ein bisschen mehr Hintergrundwissen zu bekommen.Viel ist hier nicht zu finden.  Die Website führt 10(!) Bandmitglieder auf (es war auch ziemlich voll auf der Bühne).

Linchen von Narrenbart

Mir hat die Gruppe immer dann einigermaßen gefallen – wenn sie nicht gesungen hat und nur instrumentelles gebracht hat. Ihre Musikinstrumente konnten sie also spielen. Beim Singen dominierten die Stimmen der männlichen Bandmitglieder – und die waren nach meinem Geschmack nicht gut. Viel zu viele Töne wurden nicht getroffen, der Bass des Sängers im Gegenpart zur Stimme der Sängerin war völlig unpassend und mehr Gebrumm als Gesang  und sie versuchten nahezu jederzeit die gesamte Band zu präsentieren.

 

Ich habe im Januar ein Gespräch bei Facebook mit Danny Weiler von Narrenbart geführt, der versucht hat mir die Situation zu erklären. An diesem Abend gab es erhebliche Probleme mit der Tontechnik, so war das Mikro von Danny nicht offen und es mussten halt die Bandmitglieder einspringen, die gar nicht für Gesang vorgesehen sind.  Das erklärt natürlich so einiges und ich freue mich darauf meinen Eindruck korrigieren zu können. Das wird schon bald der Fall sein, am 17.3. findet im Cantonium das Burgfest V statt, wo Narrenbart und Reliquiae auftreten. Danny hat mir ein Interview zugesagt, ich hoffe mir kommt nix berufliches dazwischen. Also freut euch schon mal auf das Interview und den Bericht!

 

Es gab während des Auftrittes also keine Höhepunkte, keine Action und irgendwie auch kein Zusammenspiel. Schade eigentlich, denn mit Linchen haben sie ja durchaus einen schillernden Blickfang die auch Action bringen kann.

Hoffentlich haben sie sich bei Metusa mal die ein oder andere Technik abgeguckt: Meistens spielt Dominik ja den Vorreiter und erzählt Geschichten, rutscht auf den Knien auf der Bühne rum oder macht Scherze mit Anja. Oder eben Anja spielt sich in den Vordergrund und lenkt die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Oder eben halt immer wieder mal andere Bandmitglieder.

Narrenbart spielte etwa eine Stunde, die Stimmung stieg dann so langsam an und endlich – gegen 23:00 Uhr – kam Metusa. Die ersten Lieder waren dann gleich von den Darbietungen McRogans begleitet und der Platz vor der Bühne wurde eng – ich konnte aber immerhin noch tanzen.

Metusa spielte so ziemlich alles was das Publikum so gerne mag- von “Als ich Samstag Nacht nach Hause kam… bis zur Piratenseele (die selbstverständlich gerade in Hamburg nicht fehlen darf!) war mal wieder alles dabei. Das Publikum nahm es dankbar auf und sang mit und tanzte natürlich auch.

Klasse war die gemütliche Atmosphäre im Bambi Galore, Metusa ist ja nun mal (noch) nicht eine Band, die mal eben 400 Fans anzieht, egal wo sie auftreten. Aber sie verlieren nie die Nähe zu den Fans – und man sieht hier immer wieder gleiche Gesichter, Metusiasten halten eben ihrer Band die Treue!

Man darf bei Metusa auch nicht vergessen, dass alle Auftritte in der Freizeit stattfinden, die Bandmitglieder sind nämlich berufstätig. Katja erzählte mir vor dem Auftritt, das ihr gesamter Jahresurlaub (und noch viel mehr) für Bandauftritte draufgegangen ist. Die Truppe ist am Freitagmorgen aus Süddeutschland nach Hamburg aufgebrochen – mit dem Auto – und fährt am Samstag weiter zum Auftritt in Berlin. Wahnsinn!

Ich hoffe, diese Begeisterung hält bei unseren fünf  Musikern noch lange an, ich würde nämlich sehr gerne noch ein weiteres Album von denen auf die Ohren bekommen!

Ich habe jede Menge Freunde und Bekannte von diversesten MPSssen und aus den Foren getroffen, die schönste Überraschung waren Detlef und Steffi, die einen kurzen Rapalje – Zwischen – Stopp bei Metusa in HH eingelegt hatten und sich spontan entschieden hatten zu kommen. So, konzertmässig ist es das wohl gewesen für mich in diesem Jahr (seufz!) aber dafür wächst die Vorfreue auf 2012. Wir sehen uns! Das Fotoalbum findet ihr hier!

Faun im Rosenhof Osnabrück

Niel Mitra von der Gruppe Faun

Die Zeit zwischen den MPS Veranstaltungen nutze ich gerne um meine Lieblingsgruppen in den Konzerten zu besuchen, die Stimmung ist natürlich eine andere, die Akustik oft einzigartig und  es sind oft wunderschöne Erlebnisse. Gestern habe ich meine Lieblingsgruppe Faun im Rosenhof in Osnabrück auf ihrer Eden Tour besucht.

Ich weiß nicht, wie die das aushalten: Heute in Osnabrück, morgen in Kaiserslautern, übermorgen in Köln und so geht das jeden Tag.

Fiona Rüggeberg sagte mir mal nach einem Faun Konzert, manchmal wisse sie gar nicht wo sie ist wenn sie aufwacht , in Wuppertal oder doch schon woanders?

Ganz schön anstrengender Berufsalltag!

Umso erstaunlicher ist es was die 5 Musiker an Feuerwerk auf der Bühne abziehen. Das war mal wieder ganz fantastisch was das geniale Osnabrücker Publikum da gestern erleben durfte.

Aber der Reihe nach. Oli Satyr kündigte als Vorgruppe die US amerikanische Gruppe  In Gowan Ring – ein wunderbares Duo das später von Oli und Rüdiger unterstützt wurde.

Die Einstimmung war perfekt – Faun hat während der Eden Tour durch ganz Deutschland immer eine Vorgruppe spielen lassen, in Hamburg war es Trobar de Morte, sowohl In Gowan Ring als auch Trobar de Morte passen vom Musikstil sehr gut zu Faun. Ich hatte gelesen, dass irgendwo auch mal Vermaledeyt mit aufgetreten ist, das konnte ich mir eigentlich gar nicht vorstellen. Aber da ich dieses Konzert nicht gesehen habe enthebe ich mich natürlich jeglichen Urteils. Wie dem auch sei, nach einem kurzen Set von In Gowan Ring war endlich Faun dran und da ich sie im Grünspan gesehen hatte, wusste ich was kommt: bei den ersten beiden Liedern wurde der Blick auf die Gruppe durch In Gowan Ring einen halbdurchsichtigen Vorhang verhüllt. Fiona und Rairda stellten durch ein Schattenspiel eine vierarmige Göttin dar, die auf dem Vorhang vergrößert zu sehen war. Ich weiss nicht, ob die Darstellung so beabsichtigt war, das tatsächlich Durga, die indische Urgöttin dargestellt werden soll – Faun bringt ja durch Musikauswahl  und Sprache immer wieder den mystischen Aspekt ihrer Kunst in den Fokus der Betrachtung.

Wie dem auch sei: die Anspannung nun endlich die heiß ersehnte Gruppe zu sehen löste sich schon beim allerersten Lied in frenetischen Jubel, diese Superstimmung hielt bis zum Schluss an und steigerte sich zwischendurch. Unsere Faune gaben diese  Stimmung 1:1 zurück: Oli Satyr heitert das Publikum j zwischendurch immer mal mit Anekdoten und kleineren unschuldigen Anspielungen auf, Rüder Maul übertraf sich selbst, so habe ich in eigentlich noch nicht erlebt: er zeigte dem Publikum dass er durchaus auch mal ein wenig aggressiver auf Drums hauen kann. Es klang trotzdem toll und passte wunderbar in das Gesamtklangbild. Ich habe ja schon ein Konzert der Eden Tour und viele viele Live Konzerte in diesem Jahr gehört und höre seit Wochen – sehr zum Entsetzen meiner näheren Umgebung – die Eden CD (mein Arbeitskollege stöhnte letztens als wir zusammen Auto fuhren” Nicht wieder Faun …”) – trotzdem waren viele Lieder anders präsentiert, mal launiger, mal mit einem Tick Aggressivität, mal mehr sanfter als ich sie kenne. Es war also – kurzum – ein gänzlich “neues” Konzerterlebnis.

Rairda versprühte wieder mal Energie und verzauberte durch die wunderschöne Stimme. Sie ist einfach ein Geschenk für mich, wenn sie singt kann ich mich fallenlassen. Fiona entzückte mit einer perfekten Klangdarbietung, ich denke, hätte ich das als Kind gehört hätte ich mich nie gegen den Blockflötenunterricht gesträubt.

Ich muß noch ein Wort zum Publikum verlieren. Es waren etwa 300 – 400 Leute dort und alle waren in bester Feierlaune. Bei den liedern wurde mitgeklatscht, getanzt und nach den Stücken brach ein Jubel aus den ich so noch nicht erlebt habe. Osnabrück ist klasse, das habe ich am Anfang des Jahres schon beim Rapalje Konzert erleben dürfen!

Insgesamt ging das Konzert viel zu schnell zu Ende, obwohl das Publikum die Faune mal wieder “genötigt” hatte Zugaben zu spielen. Der Abend war für mich mal wieder unvergesslich, die 140 KM Autofahrt habe ich gerne in kauf genommen. schade das ich Faun erst im nächsten Jahr in bremen wiedersehen werde – ich freue mich jetzt schon drauf!

Das Fotoalbum zum Konzert findet ihr hier!