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Monatsarchive: August 2012

MPS 2013–Gisbert Hiller kündigt gravierende Änderungen an

Ars_equitandi

Das hatten wir doch schon mal! Die Saison 2010 war wettertechnisch genauso katastrophal wie 2012 und die Reaktion vom Veranstalter war – Reduktion des Angebots an Kleinkünstlergruppen zugunsten eines Konzeptes das kleiner Kleinkünstler in Publikum integriert. Das Ergebnis sind die umherziehenden Gruppen, die beispielsweise irgendwelche gefangene Frauen mit sich  schleppen und die Zuschauer ansprechen. Nachzulesen in meinem Januarartikel zur Jahresbilanz vom Veranstalter für das Jahr 2010. Leider funktioniert der Link auf Gisis Originalartikel nicht mehr – aber die Quintessenz aus dem wirtschaftlichen Fiasko, wie Gisi es in seiner Bilanz 2010 nennt, war ein neues Konzept das die damals zahlreichen Kleinkunstgruppen zugunsten einer publikumsnahen Darbietung inmitten der Zuschauermenge reduzierte. In der neuen Zwischenbilanz des Jahres 2012 wird für 2013 noch weiter zurückgerudert. Wieder mehr Kleinkunst und dafür weniger Bands.  So steht das natürlich nicht in den Ankündigungen, es wird vielmehr die Anzahl der Bühnen an vielen Veranstaltungsorten reduziert.

Ich bin gespannt wie sich das auswirken wird, das MPS wird nach meiner Einschätzung von einem großen Anteil der Besucher aus ganz Deutschland angefahren. Und ich glaube kaum, dass die wegen Jongleuren kommen, sondern eher wegen der Bands. Dies kann man beispielsweise sehen, wenn SaMo am Sonntag spielt: Dann reist ein Großteil der SaMo Fangemeinde eben auch erst am Sonntagmorgen an.  Verlagert man das Angebot jetzt mehr auf mittelalterliches Handwerk, Gauklern und andere Kleinkünstlern (das ist wirklich nicht abwertend gemeint!) dann wird sich der Charakter des MPS verändern. Familien mit Kindern sind vielleicht davon angetan. Aber um 21:00 Uhr sind die Kleinen im Bett und damit nicht mehr zahlende Gäste auf dem MPS, den Getränkeständen, bei den Händlern. Und darüber nachzudenken, teurere Bands durch kostengünstigeren Nachwuchs zu ersetzen – das Konzept hat schon einmal nicht geklappt. Ich erinnere mich an (tolle!) Bands wie Luxuria Auris oder Ars Floreo, die ihre Auftritte in 2010  hatten. Ich hab mal rasch bei denen auf die Homepage geschaut, leider tut sich da recht wenig, zumindest bei Ars Floreo scheint es noch ein wenig Bewegung zu geben. Aber ziehen solche Bands Zuschauermassen und machen sie dadurch das MPS attraktiv für Menschen, die nicht aus dem direkten Einzugsbereich kommen? Ich denke nicht. mit dem “neuen” Konzept wird das MPS eher Besucher aus der Region anziehen, vor allem wenn auf vermeintlich teure Bands wie Rapalje, Saor Patrol, Metusa, Omnia, Faun, Fiddlers Green oder SaMo verzichtet werden soll, die lange lange Zeit das Gesicht des Marktes prägten und die Besucher mehrere Hundert Kilometer fahren ließen.  Interessant finde ich auch den Ansatz zur Preissenkung und die Betonung darauf, dass der Sonntag ja nun ein Familiensonntag ist und Kinder bis 16 Jahren

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Aufregung nach dem MPS in Telgte

Gisbert HillerIch habe ja leider nicht das MPS in Telgte besuchen können (zum ersten mal seit 8 Jahren war ich in Telgte nicht dabei!) und konnte Gisbert Hillers Einschätzung, das zahlenmäßig nur  45 % der Vorjahresbesucher das MPS in Telgte besucht haben, nicht durch eigene Beobachtungen überprüfen. Ich glaube aber natürlich der Einschätzung Hillers, als Veranstalter wird er es ja genau wissen, wobei man sagen muss, dass Telgte im letzten Jahr einen Besucherrekord vermelden konnte der natürlich schwer zu toppen ist. Nun kündigte Gisbert Hiller gestern  zunächst auf Facebook weitreichende Veränderungen für das MPS Jahr 2013 an  (wie schon oft in dieser Saison) die von Preiserhöhungen bis zu letztendlich Absagen von MPS Terminen reichen, wenn nicht genügend Karten im Vorverkauf abgesetzt werden. Heute rudert er bei Facebook zurück und verspricht, dass alle Termine gehalten werden aber halt an dem einen oder anderen Ort kostengünstigere Bands und Kleinkünstler auftreten werden. Insgesamt gesehen ist das nachvollziehbar, kein vernünftig denkender Mensch glaubt, das Gisbert Hiller das MPS aus reiner Nächstenliebe durchführt, er ist Geschäftsmann und hat wirtschaftlich zu zu organisieren. Tut er das nicht, sind nicht nur ne Menge Leute arbeitslos sondern noch viel mehr Leute enttäuscht weil  es das MPS schlichtweg nicht mehr geben wird. Ein pleitegegangener Hiller hilft keinem.  Aaaaber: die Art und Weise, wie Gisbert Hiller solche Änderungen seinem Fans verkündet  ist schon schwere Hausmannskost. Er selbst bezeichnet sich als kerzengerader Mensch der nun mal seine eigene Meinung hat, aber wenn er schreibt “Und die Termine für die sich dann im Vorverkauf nicht genügend Karten verkaufen lassen MÜSSEN wir dann absagen , die Hoffnung auf gutes VA Wetter und auf guten Besucherzuspruch an den Tageskassen können wir nicht weiter finanzieren und absichern , da spielen unsere Banken und Gläubiger nicht mehr mit…”  dann ist die Aussage für mich klar: er wird Veranstaltungen absagen. Einen Tag später schreibt er in Facebook das dies alles nur Vorschläge sind, die diskutiert werden können.  Und das alle Termine 2013 gehalten werden. Geradlinig ist da was anderes für mich. Und das Aussagen von ihm durchaus provokativ sind, das kennen wir schon länger. Ich persönlich würde mir öfters mehr Fingerspitzengefühl wünschen. Und klare Aussagen,nicht heute so und morgen so. Aber vielleicht gehört das ja zu einem Marketingkonzept, Dieter Bohlen (Oh mein Gott, ich schreibe über Bohlen!) hat ja gerade wegen seiner, nennen wir es mal höflich, speziellen Art ,eine riesen Fangemeinde.

Auf jeden Fall denke ich, dass wir uns in 2013 auf weitere Kosten einstellen müssen. Soweit sie für mich tragbar sind, werde ich sie tragen. Ich muss sie nicht mal verstehen, schließlich funktioniert Marktwirtschaft nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Hoffen wir also, dass sich Gisbert Hillers Angebot auch in 2013 einer großen Nachfrage erfreut, aber da habe ich eigentlich keine Bange. Trinken wir einen an der Drachenschänke in Öjendorf?

MPS in Köln – die Himmelsschleusen öffneten sich

… und tausende Menschen ließen sich den Spaß nicht verderben.  Zunächst einmal aber eine schlechte Nachricht: ich habe keine Fotos vom MPS am Fühlinger See geschossen. Ich wollte eigentlich am Sonntag fotografieren aber am Samstag war ich so eingesaut und als ich Sonntag morgen in einen verregneten Himmel blickte,  wollte ich mir nicht auch noch die letzten trockenen Klamotten versauen und so bin ich nicht mehr auf den Platz gefahren. Das MPS Gelände am Fühlinger See ist das schönste, was ich bisher kennen gelernt habe. Ein sehr weitläufiger Park  um  eine wunderschöne Wasserlandschaft und im See gingen zahlreiche MPS Gäste auch baden. Der Auftakt begann bei super Wetter, strahlender Sonnenschein, warm, Herz was willst Du mehr. Da meine Begleiterin bei den Wilden Gesellen, dem Fan Club der Streuner beheimatet ist, haben wir uns zuerst ein Streuner Set angehört. Das war wie üblich super gespielt, die Leute machten mit, die Band war gut drauf und es machte mächtig Spaß zuzuhören. Insgesamt hatte Gisbert Hiller Duivelspack, Streuner, Omnia, Faun, Saltatio Mortis, Feuerschwanz, Ignis Fatuu, Saor Patrol und Das Niveau geladen. Wem da was fehlte dem war wirklich nicht mehr zu helfen. Obwohl es keine Campsite gab war des Festival gut besucht, der Platz war gut voll als der erste heftigere Schauer niederging. Naja, der war kurz und man konnte ihm gut entgehen. Übrigens hatte Saltatio Mortis, die gerade beim Einsetzen des Schauers am Set waren,  ein Dejà Vu: Kurz nach Einsetzen des Schauers machte es BUMM und schon spielte SaMo unplugged.  War das nicht im letzten Jahr genauso?  Die zogen also zur Schänke – wenn schon unplugged dann richtig – kümmerten sich nicht um den Schauer und bespielten ihre Fans. Respekt Jungs! Was dann aber am späteren Nachmittag niederging hab ich auf einem MPS noch nie erlebt. Wahre Sturzbäche prasselten nieder und verwandelten den Platz binnen kurzen in eine Schlammwüste. Meiner Begleitung hat´s denn wohl so gut gefallen dass sie sich der Länge nach in den Schlamm legte. Schade um die Klamotten, sie hat´s aber mit Humor genommen. Omnia hat ihre brandneue Scheibe “Live on Earth 2012” mitgebracht, und bis zu diesem Moment habe ich sie schon viermal gehört. Einfach Klasse!  Man höre und staune: Ich habe NICHT das Faun Abendkonzert gehört sondern habe mir tatsächlich SaMo angesehen. Die Elektronik der Band war wieder in Ordnung gebracht worden und sie spielten ein fetziges Konzert. Aufgefallen sind mir zwei Mädels die sich offenbar bewusst die größte Pfütze vor der Bühne zum Tanzen ausgesucht hatte.  Dies hatte den Vorteil dass sie richtig Platz zum tanzen hatten (keiner wollte da stehen)  und es war bestimmt auch ein ganz besonderes Gefühl.  Ich habe dann noch die Reste des Streuner Nachtkonzerts und das gesamte Saor Patrol Nachtkonzert mitbekommen um dann – völlig verschlammt – gegen 0:20 das Gelände zu verlassen. Es war mal wieder denkwürdig! Sehen wir uns in Telgte?