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Monatsarchive: Oktober 2012

Gothic unerwünscht? Eine seltsame Diskussion über den Veranstaltungsort des MPS in Singen

Gothic beim MPS - diese Mädels machen den Stadträten Angst!Der MPS Fan Blog berichtete ja bereits über die Vorwürfe, über die der Südkurier schrieb, aber gestern legte die Zeitung noch einen nach  und berichtete über Diskussionen des Finanzausschusses nach dem MPS in Singen.

Offenbar sind nach der Nutzung des Geländes durch das MPS massive Schäden entstanden, deren Beseitigung nun durch irgendwen bezahlt werden muß. Das ist ja durchaus ein Vorgang, den jeder Veranstalter von Open Air Veranstaltungen kennt – es geht immer mal was kaputt und dann werden die Verträge geprüft, wer dafür aufkommen soll.

Aber die Diskussion in Singen geht auf einmal in eine ganz andere Richtung.  Da wird Oberbürgermeister Ehret zitiert, der früher gerne mit seiner Familie das MPS besucht hat und nun nicht mehr hingehen kann: “ Aber in den letzten Jahren hat sich ein Dunstkreis an Gothics und schwarz gekleideten Leuten an die inzwischen stark kommerzialisierte Veranstaltung gehängt“.

Diese Wortwahl ist bizarr. Ich bin kein Gothic und befinde mich im Dunstkreis dieser Leute. Liebe Gothics: ich fühl mich in eurem Dunstkreis sehr wohl, ihr habt echt scharfe Klamotten an und so wie ihr euch zurechtmacht ist mir das allemal lieber als diese super geschminkte High Society mit der der Oberbürgermeister wahrscheinlich keine Probleme hätte.

Ach ja, ich zitiere mal eben den Grundgesetz Artikel 3 Absatz 3: “Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.”

Nun werden Gothics hier nicht aufgrund  einer Weltanschauung oder anderer im Artikel 3 aufgeführten Gründe benachteilig. Oder doch? Doch. Sie werden diskriminiert. Wegen dieser “schwarzgekleideten” Menschen und deren Dunstkreis (Danke nochmal liebe Gothics dass ihr mich so lieb in Eurem Dunstkreis akzeptiert, wir sollten da mal zusammen ein drauf trinken) fragt man sich, ob das MPS für das beschauliche Singen noch geeignet sei. Dies ist diskriminierend und damit eine Benachteiligung.

Jetzt zum Thema Kommerzialisierung: Ja, das MPS ist in über 20 Jahren sehr viel größer geworden als noch beim ersten Auftritt 1994. Ja die Ausrichtung hat sich geändert und weiterentwickelt. Ja, es kommen auf einmal zehntausende zu einer Veranstaltung, zu der früher nur ein paar tausend kamen. Und das bringt Geld in die Kassen. Auch in die Kassen des Gisbert Hiller, und das ist auch gut so, denn er ist  Unternehmer. Und Umsatz und Gewinn sind nicht nur nicht unmoralisch, sie sind gewünscht, denn sie sind der Motor unserer Wirtschaft. Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt unter anderem, wie mit Gewinnen und Verlusten umzugehen ist.

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Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum–eine Frage der Qualität

Händlerwaren auf dem MPS DresdenDa wollte doch die Historische Kaffee Taverne an einem Markt in 2013 teilnehmen, bewarb sich und wurde abgelehnt – weil schon ein Kaffeehaus gebucht wurde und weil der Stand nicht so recht ins Bild passte.

Händlerschicksal halt, aber dann stand in der Absage auch der Satz: “Außerdem leide ich an einer MPS Allergie, da wir einen ganz anderen Anspruch an unseren Markt und auch an die Standbetreiber haben.”

Das hat die Betreiberin der Taverne logischerweise die Zornesröte ins Gesicht getrieben, weil man aus dieser Formulierung natürlich entnehmen kann, das hier eine Pauschalverurteilung der Standbetreiber auf einem MPS vorgenommen wird, sie würden eine “gewisse Qualität” nicht erreichen. Die Historische Kaffee Taverne hat die Absage denn auch im Wortlaut auf Facebook veröffentlicht, die Kommentare dazu waren natürlich drastisch.

Ich bin der Sache sofort nachgegangen und habe dem Veranstalter eine Mail geschrieben, prompt kam einer Antwort: “Sorry falls rüberkommt, das ich den Teilnehmern von MPS die Qualität abspreche, dies ist nicht der Fall.”

Na, wenigstens das ist geklärt, er hat es nur sehr unglücklich ausgedrückt. Er erläuterte mir nämlich, das er mit den Methoden von Gisbert Hiller nicht einverstanden ist und sich von diesen ausdrücklich distanziere.

Kann er ja, jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung und ich bin bei Weitem auch nicht mit allem einverstanden was Old Gisi da so treibt.  Aber ich habe auch  schon mit MPS Besuchern gesprochen, die mit dem MPS Sweater auf einem Mittelaltermarkt waren und deswegen in der Schänke nicht bedient wurden. Als MPS Fan hat man so halt seine Erfahrung, die Veranstaltung hat ja durchaus auch Gegner. Eines meiner Lieblingsäußerungen aus einem Mittelalterforum ist:  “Dem Hiller müsste man verbieten den Markt ‘Mittelalterlich’ zu nennen, denn das hat mit Mittelalter nichts zu tun.”  Ehrlich gesagt hat bisher kein von mir besuchter Markt so richtig was mit Mittelalter zu tun, oder glauben die Marktbetreiber etwa, dass die Menschen damals in solchen Zelten übernachtet haben? Das es so schön aufgeräumt zuging? Das man sich gemütlich aufs Klo setzte? Und morgens duschte? Dieser Kompromiss mit der heutigen Zeit ist dann wohl zulässig …

Witzig ist ja, dass Hiller immer wieder betont, dass er gar nicht den Anspruch hat, authentisch zu sein. Sonst würde er das Ding ja auch nicht Mittelalterlich PHANTASIE Spectaculum nennen.

Aber das ist eine andere Kanne Bier.

Qualität ist jedenfalls das, was vereinbart ist und nicht das, was in den Köpfen der einzelnen Parteien existiert.

Und die vereinbarte Qualität  des MPS Spectaculum kann man jederzeit auf der Website des Veranstalters nachlesen, da wird´s nämlich schon ein Jahr vorher angekündigt. Und da muss ich sagen: Für mich ist die in Ordnung, für zehntausende andere Menschen auch.

Das Gisi vielleicht anders auftreten könnte – keine Frage, das könnte jeder von uns in bestimmten Situationen.  Aber wenn der Vorstandschef der Deutschen Bahn mit seinen Angestellten und Dienstleistern nicht vernünftig umgeht (das ist rein fiktiv, ich kenne ihn gar nicht!) , ist das ein Grund für mich nicht mehr Bahn zu fahren?

MPS Singen 2013–das wird schwer!

MPS Gäste bei einer der zahlreichen Mitmachaktionen

Tja, das wird schwer für das MPS in Singen 2013. Der Südkurier berichtet von massiven Schäden, die das Mittelalterlich Spectaculum beim MPS in Singen in diesem Jahr hinterlassen hat. Dabei wird dem Veranstalter Gisbert Hiller sogar Vertragsbruch vorgeworfen, er habe Flächen wie schon im letzten Jahr genutzt, die von der Nutzung ausgeschlossen seien. Zeltplätze seien auf privaten Flächen errichtet worden, deren Besitzer hinterher mit einer kleinen Pacht entschädigt worden.

Für das MPS hat Ede Ball, unser Marktvogt vom MPS, die Vorwürfe zurückgewiesen. Er wird im Südkurier zitiert: “Gisbert Hiller ist ein verlässlicher Veranstalter. Uns sind keine vorsätzlichen Schäden bekannt.“ Die Stadt schätzt den entstanden Schaden auf 40.000 – 50.000 Euro, allein die Rasenfläche, die erneuert werden muss, umfasse 15.000 Quadratmeter.

Zusätzlich müssen Kieswege saniert werden und die städtische Abteilung Grün & Gewässer befürchtet ein Baumsterben aufgrund der Verdichtung des Bodens.

Der Stadtrat berät über eine Fortsetzung der Veranstaltung und sieht im MPS durch eine zunehmende Kommerzialisierung keinen Gewinn für die Stadt mehr.

Ich kann natürlich noch gar nichts zu den Vorwürfen sagen, weil mir die Fakten fehlen. Ich werde mich allerdings bemühen, Stellungnahmen von den Parteien zu bekommen und dann weiter berichten. Auf jeden Fall wird die Durchführung des MPS in 2013 in Singen sehr sehr schwer werden. Hoffen wir für die süddeutschen Fans und die Fans aus der Schweiz mal das Beste!

Burgmannentage am Zeughaus in Vechta

Zeughaus_VechtaAm Sonntag habe ich mal wieder die Burgmannentage in Vechta besucht. Das MPS in Singen war mir zu weit, Vechta liegt nur 70 KM von Bremen entfernt also konnte ich meine Frau überzeugen mit mir dorthin zu fahren. Das Gelände am alten Zeughaus – nun ein Museum , ist wunderschön. Ziemlich weitläufig in einer Parklandschaft, viel Wasser, viel Bäume viel Grün – und es musste kein Eintritt bezahlt werden.

Allerdings bin ich über eine Brücke auf den Veranstaltungsplatz gekommen – auf der befand sich eine große Geldtruhe und drei gewandete Recken machten sich einen Spaß daraus, die Besucher um Brückengeld zu “bitten”. Das dabei so manches unflätige Wort gesprochen und so manche Unverschämtheit an die Besucherköpfe geschmettert wurde, ist selbstverständlich.

Ich war nicht gewandet, also inkognito quasi und klapperte die Stände und Heerlager ab. Der Unterschied zu den Hillermärkten: Nahezu jedes Heerlager hatte etwas zu verkaufen.

Es waren auch Heerlager dabei, denen ich schon auf dem einen oder anderem MPS begegnet bin, beispielsweise die  Clans of Caledonia mit ihrem besonders schönen Ambiente. Die habe ich schon oft fotografiert.

Die Veranstaltung wird vom Verein Fogelvrei organisiert, die ja von 1994 – 2004 zusammen mit Gisbert Hiller das MPS auf die Beine gestellt haben, bis sich dann in 2005 wegen diverser Differenzen und grundlegend verschiedener Ziele die Wege trennten.

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Gisi´s Liste–Vielleicht kommen doch noch weitere Termine für das MPS 2013

MPS_Orte_w2012Und plötzlich keimt Hoffnung auf bei den zahlreichen MPS Fans auf Facebook, weil Gisbert Hiller, der Veranstalter des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums und größten reisenden Mittelalterspektakels in Europa, inspiriert von der Idee zweier Facebook Fans den zündenden Gedanken hatte, wie vielleicht doch Veranstaltungsorte auf der “Giftliste” 2013 bespielt werden könnten.

Unstrittig und für jeden rational denkenden Menschen – ob Fan des MPS oder nicht – ist, dass die MPS Saison 2012 ein wirtschaftliches Desaster gewesen sein musste.

Ich denke, dass ein Großteil der Rücklagen für die nächste Saison, wenn nicht sogar alle Rücklagen,  aufgebraucht wurden. Tatsache ist, dass ein vernünftiger Unternehmer Vorsorge treffen muss, dass ein solches Desaster in 2013 nicht noch einmal passiert. Das bedeutet: Fixkosten senken, so viel Mindesteinnahmen wie möglich garantieren.

Ich denke, das Problem wird auch die Vorfinanzierung einer Veranstaltung sein, denn bevor der erste zahlende Gast das Gelände betritt sind schon immense Gelder geflossen: Der Veranstaltungsort muss aufgebaut werden, Security bezahlt werden, Mieten bezahlt werden usw.  Diese Vorkosten zu finanzieren ist das Problem. In der Industrie sprechen wir häufig von Ehda – Kosten, die Kosten sind eh da – ob Besucher kommen und nicht, sie sind da und fallen an.

Jetzt kommt der Clou von Gisbert Hiller: er verspricht, fast alle Veranstaltungsorte zu bespielen, wenn mit Stichtag 31.1.2013 für den jeweiligen Veranstaltungsort 6000 Karten im Vorverkauf abgesetzt sind.

Damit lässt sich aus Sicht des findigen Veranstalters das Ausfallrisiko relativ gut begrenzen und er schätzt, dass er mit den erzielten Tageseinnahmen mindestens kostendeckend oder sogar gewinnerwirtschaftend arbeiten kann.

Natürlich ist dies eine gute Idee – die Fangemeinde jubelt – alles in Butter, die Veranstaltungsorte sind gesichert. Ich halte das in der Tat für einen recht vernünftigen Ansatz, glaube aber nicht dass dies eine spontane Idee geboren aus den Fanreaktionen ist. Die Veranstaltungen nur noch durchzuführen wenn im Vorverkauf genügend Karten abgesetzt wurden war ja schon Mitte der Saison diskutiert worden und dann vom Veranstalter zurückgezogen worden.

Ich habe mich nach Veröffentlichung der Liste von Gisi gefragt, warum zur Hölle er Veranstaltungen wie Dortmund, Bückeburg und Borken herausnimmt. Die haben kein hohes Ausfallrisiko – ich war in Bübu sowohl bei sengenden Sonnenschein als auch bei Regenwetter und es waren an beiden Veranstaltungswochenenden immer massig Leute da. Das Risiko, hier nicht genügend Karten im Vorverkauf abzusetzen ist gering und durch einen angekurbelten Vorverkauf für diese MPS Kultstätten werden die Kosten für die Vorfinanzierung ebenfalls gesenkt – mehr Eigenkapital für die Veranstaltung ergibt weniger Finanzierung durch Banken.

Wirklich ein cleverer Schachzug, der hoffentlich zum Erfolg führen wird. Allerdings glaube ich auch, dass der eine oder andere Fan sich ein bisschen verschaukelt fühlen wird. Im Sinne der Veranstaltung hoffe ich mal dass die Rechnung aufgehen wird!

MPS 2013 – Was lange währt geht nun nicht mehr

MPS Borken  ist in 2013 nicht geplant

Das war ein Paukenschlag vom Veranstalter des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums Gisbert Hiller!

Aufgrund der wirtschaftlichen Katastrophe für das MPS in 2012 sind einschneidende und drastische Kürzungen für 2013 vorgesehen. Solches ist je – und gerade in dieser Saison – mehrfach angekündigt und sogar schon vorgezogen und mitten in der Saison umgesetzt. Aber wer heute morgen gemütlich in sein Facebook hineinschaute, hatte als MPS Fan schon einen schweren Start in den Tag.Gisbert Hiller streicht elf(!) Veranstaltungstage und garantiert nur noch an folgenden Orten die Durchführung des MPS :

  • +  Säckingen + Weil + Speyer + Maxlrain + Dresden + Köln + Telgte + Weeze + Rastede + Bückeburg 1 + Öjendorf + Hohenwestedt

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