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Der Schlachtezauber der Fogelvreien in Bremen

Schlachtezauber der Fogelvreien in Bremen 2012

Zu Weihnachten organisiert der Verein der Fogelvreien traditionell den Schlachte Zauber an der Schlachte in Bremen. Für all die Unwissenden: Schlachte hat nix mit abschlachten zu tun (obwohl an diesem historischen Ort sicher der ein oder andere Überfall der Wikinger stattgefunden hat) sondern kommt aus dem niederdeutschen “Slagte”, was das Einschlagen der Pfähle für die Uferbefestigung meint.

Es war also früher eine Hafenanlage und ist heute eine wunderschöne Gastronomiemeile am Weserufer.

Ich habe den Schlachtezauber zum zweiten Mal besucht  und erst an diesem Wochenende Mr. Hurley und die Pulveraffen sehen und hören können – ein Genuss.

Die Band war ja auch schon in diesem Jahr auf dem MPS vertreten , leider hatte ich keine Gelegenheit sie dort zu sehen.

Fogelvrei organisiert ja nicht nur diesen Markt sondern ist unter anderem an den Burgmannentagen zu Vechta, am Marktspektakel in Rotenburg / Wümme oder auch in Hoya aktiv und hat früher einmal zusammen mit Gisbert Hiller das Mittelalter Spectaculum, dem Vorläufer des MPS organisiert. Ich werde demnächst mal ein paar historische Aufnahmen einstellen …Heisser Met und gute Laune beim Schlachtezauber

Der Markt war extrem gut besucht und schon am Nachmittag drängelten sich die Massen. Ich habe – zugegebenermaßen – einige heiße Gewürzmet an der Schänke genossen und trotz der Besuchermassen war die Crew der Fogelvreien immer fix bei der Hand und äusserst gut gelaunt. Das habe ich beim Lichtermarkt in Telgte leider nicht ganz so erlebt.

Die Stimmung war ganz einfach unglaublich dort. Kostprobe gefällig? Kunde.”Zwei Bier bitte!” Bedienung (schreit nach hinten zum Zapfhahn): “Zwei lecker Bier auf Steuerbord, aber zackig” oder: Kundin: “ Guten Tag, einen heißen Kakao bitte!” Bedienung: “Solche Schweinereien haben wir hier nicht, da müssen Sie dort drüben hingehen”. Köstliche Gesprächsfetzen.

Oder die verdutzten Gesichter (inklusiv mein eigenes): die Bedienung schreit: “Gewerkschaftspause!” Keiner wird mehr bedient und die Crew gießt sich erst mal was heißes hinter die Binde! Als sie fertig getrunken haben, schreit die nette Blondine hinter der Theke: “Und nun an den Zapfhahn ihr faulen Hunde!” Toll.

Ich war begeistert von der guten Crew, sie hatten kaum Zeit um auch nur 10 Sekunden zu verschnaufen aber auch nach Stunden von Arbeit immer noch saugute Laune, immer einen coolen Spruch auf den Lippen  und es gab immer heiß Getränke. Das habe ich schon anders erlebt.

Picari Frentani auf dem SchlachtezauberDas Dorf ist entlang der Schlachte aufgebaut und geht direkt in eine Gastronomiemeile über, die die Kunden mit weiteren Buden und heißen und kalten Getränken beglückt.

Der mittelalterliche Teil ist bestückt mit Buden und Ständen, die der Verein Fogelvrei organisiert hat, alle mittelalterlich oder historisch aufgemacht, alle Standbetreiber in mittelalterlicher oder historischer Bekleidung, alle gut gelaunt, trotz der Wahnsinns – Besuchermassen. Der Eintritt ist frei.

Verkauft wird, was ins Weihnachtsgeschäft passt: Düfte und Seifen, edles Papier, Schreibgerät und Tinte, Schmuck, Keramik, Holzwaren, Lederwaren und noch viel mehr.

Toll ist das “Schlachtschiff” in der Mitte des Marktes: ein nach einer Seite hin offenes Schiff an dem man sich mit tausenderley Genüssen den Magen füllen kann.

Auf den Ständen wird nach Einbrechen der Dunkelheit alles mit Kerzen und Laternen erleuchtet und das gibt ein richtig stimmungsvolles Bild.

Im stündlichen Wechsel konnte ich am Samstag Mr. Hurley und die Pulveraffen, Picari Frentani, eine italienische Gruppe sowohl Hosoo Transmongolia, einer Gruppe die mongolischen KehlkopfgesangMr. Hurley auf die Bühne bringt,  bewundern. Mr. Hurley und Hosoo waren ja auch schon Gäste auf dem MPS.

Bespielt wurde die Bühne von mittags bis abends um 19:00 Uhr. Zwischendurch war auch eine Darbietung von J-Carpella von der Jacobs University in Bremen zu bewundern, die habe ich aber nicht gesehen .

Tja, zu Mr Hurley und den Pulveraffen ist einiges zu sagen. Zunächst einmal: Die spielen eine tolle Markt- und Feiermusik. Können klasse mit ihren Instrumenten umgehen und die Stimmen sind auch mehr als annehmbar.

Zu ihren Stücken erzählen sie auch immer die ein oder andere Geschichte. “Küss mich, ich hab Skorbut” wird eingeleitet mit: “Für die medizinisch bewanderten unter uns, Skorbut ist eine Krankheit die durch Vitamin C Mangel entsteht und wo einem alles abfällt, Zähne, Finger, Kontaktlinsen …”

Die Band spielt mit Gitarre, Akkordeon (ich merke, ich mag dieses Instrument immer mehr), Teekiste, Kastagnetten, Mundharmonika und Flöte und hat ein Repertoire von eigen geschriebenen Liedern und Traditionals wie “What shall we do with the Drunken Sailor” oder “Whiskey in the Jar”.

Die Texte sind witzig, die Melodien gehen gut ab und das Publikum hat es dankbar aufgenommen. Nur gut, das die Kinder bestimmte Passagen nicht so ganz mitgekriegt oder verstanden haben.

Kostprobe? “ Ich bin blau wie das Meer, voll wie unser Laderaum, breit so wie die Ärsche von den Weibern von Tortuga und dichter als der Nebel von Kap Horn …”.

Ich denk dieses Trinklied werde ich unseren Wolfstatzen –  Freunden als Hymne vorschlagen …

Auf jeden Fall kann ich sagen, der Schlachtezauber lohnt sich wirklich. Es gibt jede Menge zu sehen und zu hören und wer möchte, kann auch den schönen Bremer Weihnachtsmarkt besuchen, der ist nämlich gleich nebenan.

Ich für meinen Teil hab ja das Glück, in der schönsten Stadt Deutschlands zu wohnen und werde den Schlachtezauber noch mehrmals besuchen. Heute Nachmittag beispielsweise, und nächste Woche.

Schon alleine um die gute Laune an der Schänke mitzunehmen. Und die “Volle Breitseite” da habe ich auch noch nicht gekostet. Oder den Schädelspalter. oder doch nen heißen Gewürzmet? Vielleicht sehen wir uns da und Du und ich probieren gemeinsam was!

Das Fotoalbum gibts wie immer hier.

2 Antworten auf Der Schlachtezauber der Fogelvreien in Bremen

  • Jens Murer sagt:

    WIE lustig ist denn dieser Fogelvrei-Werbespot in gerade diesem Blog? *ggg*

  • Thomas sagt:

    Oh, ich mache weder für das MPS noch für Fogelvrei Werbung 🙂 Ich schildere nur meine Eindrücke meiner Besuche und versuche dies -auf Basis meiner ganz persönlichen und bestimmt nicht objektiven Wahrnehmungen – zu schildern. Und MPS und Fogelvrei schliessen sich ja nicht gerade aus… Aber erlebst Du denn meine Beiträge als „Werbespots“ für die eine oder andere Veranstaltung?

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