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Der Spagat zwischen Unterhaltung und Kunst – Metusa beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum ® in Gelsenkirchen

P4226867Ganz hautnah  und überhaupt nicht abgehoben präsentiert sich die sympathische Band auf dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum ® in Gelsenkirchen. Wir hatten gerade unsere Zelte aufgebaut als mir keine 20 Meter vor uns eine Gruppe junger Leute auffiel, die sich ebenfalls mit ihrer Campingausrüstung abmühten. “Der sieht aus wie Dominik von Metusa” sagte ich zu meinem Bruder als ich auch schon hörte wie der nach Katja rief. Damit war klar, dass es sich nur um Metusa handeln konnte!

Super. Metusa zeltet quasi direkt neben uns, klar dass ich sofort hinlief und ein Foto schoss und auch die Gelegenheit beim Schopf ergriff, ein paar Worte mit ihnen zu wechseln. Ich hatte mir sowieso vorgenommen, auf diesem Festival die Gruppe genauer unter die Lupe zu nehmen. Zunächst einmal war ich erstaunt, dass alle Bandmitglieder voll im Arbeitsleben stehen, Katja ist sozusagen Kollegin von mir, sie macht Projektmanagement bei einem großen Hardwarehersteller (ich dasselbe im Softwarebereich). Dominik beschäftigt sich tagsüber beispielsweise mit Prozessen. Die Band stellte sich mir im letzen Jahr als professionelle eingeübte Formation dar, ich dachte nicht im Traum dass die 5 Hobbymusiker sind.

 

Bedauerlicherweise hatte ich den Spielplan nicht im Kopf und für die Fotos von den Auftritten den Montag vorgesehen – aber Metusa trat erst nachmittags auf, so dass ich keine Fotos gemacht habe, ich war schon auf der Autobahn. Ich hole dies in Rastede auf jeden Fall nach.  Die Konzerteinlagen der Formation waren absolut sehens- und hörenswert. Dominik ist eine Stimmungskanone, der es auch bei gefühlten 30 Grad Außentemperatur schafft, dem Publikum noch mehr einzuheizen. Tja, und das geht dann auch mit. Wunderbar finde ich die Rolle, die er vor allem mit Anja auf der Bühne spielt, mal liefern sie sich witzige Wortgefechte, mal singen sie zusammen im Duett, mal drückt Anjas Mienenspiel Dinge aus, die sie mit Worten nicht auszudrücken braucht. Man merkt: das ist eine Super Show von Musikern, die sichtlich Spaß an ihrem Auftritt haben und sich über jede Reaktion des Publikums freuen. Ich habe zuweilen bei bestimmten Bands das unbestimmte Gefühl, dass Gestik, Wortwahl und Show perfekt einstudiert sind, bei Metusa wirkt nichts inszeniert, das Feeling das sie rüberbringen wirkt immer wieder echt obwohl hier natürlich zum Teil auch einstudierte Einlagen vorgetragen werden.

Ein Erlebnis aus dreitägigem Metusa Genuss ist noch besonders erwähnenswert: Am Sonntag saß die 6 jährige Krissy (ich hoffe, ich hab den Namen richtig behalten)  auf der Treppe – und machte mit. Dominik holte sie mit auf die Bühne und die Kleine hatte überhaupt keine Scheu vor der doch größeren Menschenmenge ins Mikro zu sprechen. Das sie den Text auch der etwas schlüpfrigeren Sorte kannte, lässt darauf schließen, dass ihre Eltern wohl öfter Metusa hören.

Tja, in der Überschrift heißt es , dass der “Spagat” zwischen Unterhaltung und Kunst gelungen ist, und das meine ich auch genau so. Wenn man auch nicht den perfekten Klang von Faun erwarten kann (den sonst auch keine der anderen Gruppen geliefert hat), einzelne Stücke der Formation regen zum Nachdenken an und dienen nicht nur der Mitschunkelei. Ich hatte im letzten Jahr “Weltenwanderer” in Telgte zum ersten Mal gehört und die Band spielte diesen Titel mehrfach. “Piratenseele” ist ein Lied, das nicht nur etwas über Piraten aussagt: “…und wir fahren über´s Meer – und der Ozean gibt uns´re Seele in Ewigkeit nie wieder her”. Als Norddeutscher, der sowieso eine besondere Beziehung zum Meer hat, jagt einem dieser Text Schauer über  den Rücken. Das Lied unterhält mich (man kann und soll mitschunkeln) und drückt ein Lebensgefühl aus, das ich sehr gut nachvollziehen kann. Cool finde ich Katja und Markus – beide sind ruhende Pole innerhalb der Show und perfekter Ausgleich zu den eher quirligen Auftritten von Anja und Dominik. Chris am Schlagzeug bleibt ein bisschen im Hintergrund, was ja gar nicht schlecht ist. In Gesprächen mit Freunden hörte ich den Satz, das schlechte Bands vor allem laut sind, und je schlechter desto lauter eine Formel für die Qualität sein könnte. Dies trifft auf Metusa natürlich nicht zu, Lautstärke von Dudelsack, Bass und Percussion ist ausgewogen und gut. Ich jedenfalls freue mich auf die Rastede – da werde ich sie wieder sehen und hören.

Metusa hat natürlich eine eigene Homepage, die selbstverständlich auch in den Links des MPS Fan Blog aufgeführt sind, aber wusste ihr, dass es auch ein eigenes Fanforum gibt? Die Formation hat´s verdient und ich freu mich auf ihr zweites Album und die Auftritte bei den MPS!

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