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MPS 2011 in Telgte – eine gemischte Bilanz

die_irrlichter_beim_mps_telgte_2011 Es war unbestritten eine grandiose Show: Das Wetter war weite Strecken genial, der Zuschauerzuspruch sensationell und wer bei diesem Angebot an namhaften Mittelalterbands, Rittershows, der Fechtkampfgruppe und den zahlreichen kleineren Künstlergruppen über den Eintrittspreis meckert weiß nicht was sonst für nur 10%  Leistungsumfang einer solchen Veranstaltung bezahlt wird. Da vergleiche man nur – und das sei erlaubt – das Angebot von Mittelalterspass: mächtig viel Eintrittsgeld, wenig Show, wenig Markt, keine Organisation. Nix gegen diesen Veranstalter – aber Gisbert Hiller muss sich mit seinem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum® gewiss nicht verstecken. Nun bin ich freier Berichterstatter genug um zu erkennen, das Good Old Gisi auch gerne mal auf die Sahne haut und durchaus den einen oder anderen undiplomatischen Spruch gegenüber Behörden und auch gegen eigene Gäste  raushaut, aber oft genug hat er in der Sache auch Recht. Zunächst einmal: das MPS ist eine kommerzielle Veranstaltung. Dahinter steckt ein Unternehmer, der durch den Gewinn dieser Veranstaltung seinen Lebensunterhalt verdient. Daran ist nichts Unrechtes. und wenn die Idee, die dahinter steckt, genial ist, kann man durchaus auch mal mehr verdienen. Andererseits: Ich war in Bahrenfeld, Bückeburg II und Sierhagen dabei und glaube doch, dass zumindest der Gewinn bei der einen oder anderen Veranstaltung ausgeblieben ist – das ist unternehmerisches Risiko, dass man eingehen will oder nicht. Hiller geht das ein – und hat dann meiner Ansicht auch alles Recht der Welt, “anzudrohen”, dass das kostentreibende, gästevergraulende Verhalten einzelner “Gäste” zum Nachteil *aller* Besucher gereicht: Kein Veranstalter lässt sich bieten, das Familien vertrieben werden, nur weil einige Besucher der Meinung sind, andere Gäste mit Megaphon zu vertreiben.Er hat dies auf seine Website  sehr deutlich gesagt. Kein Veranstalter lässt sich bieten, dass durch die Vermüllung des Geländes weitere, unkalkulierte Kosten entstehen. Die Leidtragenden sind – wir. Klar doch, dass Kosten für Security, Entsorgung, Toilettenreinigung, besondere Müllreinigung irgendwann auf die Eintrittspreise umgelegt werden müssen. Und wer sich dann dösigerweise  über 4 Euro Parkgebühr aufregt der soll mal zu einer Großveranstaltung fahren. Vergleich gefällig? Cebit Hannover: 8 Euro, Messe Stuttgart: 10 Euro 1 Tag Nordseestrand Cuxhaven: 8 Euro, Alles ohne Dixie Klos, Stromgeneratoren, Flutlichtmasten und Spaß macht das erst Recht nicht. Ich kenne auch die Sicht der – mehr oder weniger – authentischen Mittelalterfreunde und – Fans. Natürlich hat dieser “Markt” nichts mit dem Mittelalter zu tun. Eure Märkte aber auch nicht, jedenfalls wäre mir nicht bekannt, dass im Mittelalter üblicherweise in Zelten übernachtet wurde. Und wer einem Hobby frönt hat wohl auchkeine Probleme mit dem Eintrittspreis. Ein Unternehmer schon. Das MPS ist keine Reenactor Veranstaltung und behauptet dies auch nicht: es ist eine Fantasy Veranstaltung die mächtig vielen Leuten mächtig viel Spaß bringt. Und das kann nach meinem Dafürhalten auch lange so bleiben. Kommen wir zum letzten Puzzleteil der Bilanz von Telgte. Die Online Zeitung Praeco Medii Aevi berichtet vom Aufruf Gisbert Hillers,  ihn – und auch uns, die wir diese Veranstaltung so sehr lieben – zu unterstützen, dass der Vertrag in Telgte verlängert wird. Zurzeit sieht es so aus, dass das MPS 2011 in Telgte zum letzten Mal stattgefunden hat.  Ich will nicht bewerten, was den Wirtschaftsrat zu Telgte dazu bewogen hat, den Vertrag mit dem Veranstalter in Frage zu stellen, vielleicht gibt es ja auch gewichtige Gründe im Interesse der Telgter Bürger, diesen Vertrag nicht zu verlängern. Ich kann nur sagen: Ich kenne Telgte nur durch das MPS – mir wäre es zu keinem Zeitpunkt eingefallen, diese Stadt zu besuchen oder dort irgendwie Geld auszugeben. Und wie mir geht es tausenden anderen Besuchern auch. Telgte ist auch bekannt geworden durch das MPS. Und verdient daran. Gisbert Hiller ruft auf, ihn bei seinen Vertragsverhandlungen zu unterstützen. Das werde ich machen – Du auch?

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