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Sonne satt in Wassenberg

Saor_patrol_wassenbergDa Tom an diesem Wochenende etwas für seinen Kontostand tun wollte, wir Euch aber vom MPS in Wassenberg berichten möchten, habe ich mich bereit erklärt, als Co-Schreiber aufzutreten. Hoffentlich ist mein Bericht für Euch ebenso interessant wie Tom´s. Nach einigem Hin und Her aufgrund der ungünstigen Wetterprognosen bin ich am Samstagmorgen bei strahlendem Sonnenschein (ja, richtig gehört, es war sogar eine Sonnenbrille nötig) nach Wassenberg gestartet. Nicht so abgehärtet wie die anderen Wolfstatzen allerdings entschied ich mich, meinen müden Leib nicht in ein Zelt zu zwängen, sondern wählte die komfortablere Unterkunft des Burghotels zu Wassenberg direkt neben dem MPS Gelände. Nach einem schnellen Check in und einer kurzen Besichtigung des kleinen Städtchens war ich um Punkt dreizehn Uhr auf dem Markt. Dieses Mal musste ich noch nicht mal meine Karte vorzeigen, denn die Kasse war viel zu weit unterhalb des Hotels aufgebaut, so dass ich direkt auf den Platz konnte. Natürlich führte mich mein erster Weg an Gisis Taverne, ohne einen guten Schluck Odin kann es einfach keinen guten Markt geben. Außerdem wurde der erste Schluck dem Wettergott geopfert in der Hoffnung, ihn an diesem Tage milde zu stimmen. Eine kurze Begehung des Plans war möglich, ehe es mich an die Bühne zur Markteröffnung zog. Und was mussten meine Augen sehen? Der Vogt kam zu Fuß den Weg entlanggeschritten und wurde nicht wie üblich mit seiner Kutsche gezogen. Später erklärte dann Bruder Rectus, die Wege in Wassenberg seien zu eng für das Gefährt des Marktvogts. Die Markteröffnung gestaltete sich leider nicht so lustig wie sonst, es wurden keine Späße ausgetauscht wie üblich, was ich persönlich sehr schade fand, denn gerade den Schlagabtausch zwischen dem Vogt und dem ewig lüsternen Bruder Rectus finde ich sehr unterhaltsam. Warme Worte zum Empfang gab es vom Bürgermeister zu Wassenberg. Wortreich und ehrlich erklärte er, wie sehr sich die Stadt freut, das MPS wieder beherbergen zu dürfen. Er sprach davon, dass diese Veranstaltung der Stadt sehr viel bringt und sie sich jedes Jahr aufs Neue über das MPS und deren netten und ruhigen! Besuchern freut. Diese Aussage fand ich wirklich sehr nett, nachdem das MPS in einigen anderen Städten ja nicht mehr erwünscht ist. Schließlich wurde der Markt eröffnet und da bis zum Beginn noch eine Menge Zeit blieb, habe ich die Gegend erkundet. Gisbert Hiller hat seine Worte auf Facebook gehalten! Nirgends gab es matschige Wege, alles war auf Schotter-, oder Pflastersteinen aufgebaut, so dass man gemütlich schlendern und schauen konnte, ohne auszurutschen.
Die Heerlager überzeugen mich jedes Mal aufs Neue. Gisis neues Konzept scheint aufzugehen, sie geben sich viel freundlicher und sind immer offen für Besucher und deren Fragen, antworten in schönster Mittelaltersprache und freuen sich sichtlich, wenn sie angesprochen werden. Ein Heerlager hatte zum Beispiel eine sehr schöne Dekoration verschiedener alter Haushaltsgeräte aufgebaut, davor saßen zwei Frauen, die schon einmal das Mittagessen vorbereiteten und denen ich eine Menge Fragen bezüglich mittelalterlicher Speise stellte. Wirklich sehr angenehm!
Über die trockenen, rutschfesten Wege ging es dann mitten durch eine Wohnsiedlung auf einen anderen Teil des Marktes. Auch hier war ich beeindruckt von der Toleranz der Anwohner! Eine schmale Straße, kaum noch befahrbar, weil überall mittelalterliche Stände direkt vor der Haustür standen, aber niemand hat sich beschwert, die Anwohner schauten sich ebenfalls interessiert die dargebotenen Waren an, die Kinder hatten im Kinderbereich ihren Spaß mit Bogenschießen und dem Kinderprogramm auf der Bühne.
Schließlich kam es zu dem für mich heiß ersehnten ersten Konzert von Saltatio Mortis. In gewohnter Manier stürmten sie die Bühne, rissen die noch kleine Fanmenge mit, die schon nach den ersten Takten am Toben war und jeden Befehl ihres „Herrschers“, ob springen oder schreien, begeistert ausführte. Doch das Konzert hatte noch einen ernsten Hintergrund und hier merkt man mal wieder sehr deutlich, wie sehr die MPS Gemeinde in Zeiten der Not doch zusammen hält. Der MPS Bäcker hat seinen LKW und seine Existenz durch einen großen Brand verloren. Spontan entschlossen sich die Jungs von Saltatio, bei jedem ihrer Konzerte auf dem Markt in Wassenberg Alea in die Reihen der Zuschauer zu schicken, mit einem Hut, um Spenden für den Bäcker zu sammeln. Die Band wollte den Erlös dann noch einmal verdoppeln und an den Bäcker weiterleiten. Es kam einiges zusammen, fast alle Fans haben etwas gegeben und ich musste erstaunt feststellen, dass vorwiegend große Scheine bei Alea landeten! Natürlich habe ich auch auf das ein oder andere Odin verzichtet, um den Bäcker zu unterstützen. Man kann ja von Samo halten, was man will, aber bei solchen Aktionen stehen sie an vorderster Front, wie auch letztes Jahr schon, als die Riemenschneiderey abgebrannt ist. Der restliche sonnige Tag verging mit gemütlichem Schlendern über den Plan, mit einer Show von Kelvin Kalvus. Sehr beeindruckend, wie geschickt er die Kugeln führt, wirklich bewundernswert, diese Ruhe. Die ich nicht besitze. Da kann man glatt neidisch werden. Natürlich wurden auch die anderen zwei Konzerte von Saltatio gebührend gefeiert.
Gegen Abend wurde es kühler, doch mit einer dicken Jacke ließ es sich vor dem Feuer aushalten.
Zu späterer Stunde gesellte sich der Herr über die Drachenschätze samt seiner weiblichen Gefolgschaft dazu, es wurden einige Pernod-Cola vernichtet und dem Nachtkonzert von Saltatio Mortis von einer der Bänke aus gelauscht. Bis sich ein anderer Aufbauhelfer dazu gesellte. Durch diesen Schrank von Mann gelang es mir, mich durch die Fanmassen bis ganz nach vorne zu drängeln und so doch noch ein bisschen mitzugröhlen und zu tanzen. Letzteres war gut für die Figur, ersteres eher weniger gut für die Stimme, die nun irgendwo auf dem Platz vor der Bühne liegt….. Ich denke, Gisi kann mit dem Besuch zufrieden sein. Es war voll, viele haben sich wahrscheinlich aufgrund des wunderschönen warmen Wetters kurzfristig entschlossen, doch den Weg nach Wassenberg auf sich zu nehmen. Der Platz war voll, es kam zu längeren Wartezeiten an den Tavernen, die Sitzplätze, die überall aufgebaut waren, waren bald sämtlich belegt. Einzig die Sonnensegel habe ich vermisst, es gab auf dem ganzen Markt kein einziges zu finden! Aus guten Gründen, wie ich später erfuhr, denn selbst im Rasen wurde Beton verarbeitet, so dass man die schützenden Planen nicht aufstellen kann.
Von den Gruselgassen kann ich leider nicht berichten, denn ich habe sie nicht gesehen. Allein habe ich Angsthase mich da nicht hineingetraut, aber die, die sie wieder verlassen haben (wenn sie sie denn verlassen haben, was nicht sicher ist, vielleicht irren sie immer noch durch die Gänge?) sahen erschreckend blass und verängstigt aus. Aber durchaus begeistert. Gisi und seine Helfer müssen sich damit wirklich viel Mühe gegeben haben. Leider wurde mir das Ansehen der Feuershow durch einsetzenden Regen verwehrt, so dass ich meinen Platz am Feuer aufgeben musste. Da es auf dem Weg zum Hotel jedoch kurzfristig aufhörte, kam ich noch in den Genuss des Konzertes von Saor Patrol. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sie mit ihren Trommeln die Welt zum Beben bringen. Die Menge hat getobt. Selbst als der Regen wieder heftiger wurde und mich dann endgültig in mein warmes Bett trieb.
Leider schüttete es heute Morgen wie aus Eimern, daher habe ich eine frühe Abreise einem erneuten Besuch des Marktes vorgezogen. Auch Fotos kann ich leider keine zeigen, denn ich trage die Kamera zwar stets bei mir, vergesse aber, dass man diese auch benutzen muss, um Bilder zu erhalten. Ich hoffe, das wird sich mal ändern.
Mal sehen, wenn Ihr mit dem Bericht zufrieden seid, könnte ich vielleicht öfter als Schreiber einspringen, um Tom ein wenig zu entlasten. Er ist dann für die Fotos zuständig, das kann er ohnehin besser als ich.
Bis zum nächsten Markt in Dortmund, gehabt Euch wohl!

 

5 Antworten auf Sonne satt in Wassenberg

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