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Landsknecht

Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum ® in Gelsenkirchen – so kann es weitergehen

Der Vogt Eduard von Sonnenberg und Bruder RectusDas war ein Auftakt nach Maß! Das erste Mittelalterlich Phantasie Spectaculum ® 2011 in Gelsenkirchen ist – leider – Geschichte. Und es war ein Knaller! Drei Tage Superwetter, Top Bands, Super Stimmung – MPS Herz was willst Du mehr? Doch der Reihe nach. Ich bin mit meinem Bruder dagewesen, er wie üblich als Wikinger gewandet und ich als Landsknecht,. Meinem Kostüm habe ich mittlerer Weile Overkneestiefel verpasst, darin läuft es sich wesentlich angenehmer  als in meinen alten Tretern. Die Anreise war unproblematisch – wenn man aus dem Norden kam. Die Reisewelle schwappte ja schließlich aus dem Ruhrgebiet raus und wir wollten halt rein. Das hieß, dass Staumeldungen sowohl bei der An- als auch bei der Abfahrt nur aus der Gegenrichtung kamen. Gut war es, dass ich mein Navi mit der Zieladresse füttern konnte – die Ausschilderung vor Ort war ungewohnt dürftig und dummerweise zum Teil irreführend. Das hat nicht so gut geklappt, aber jeder MPS Fan der zur Veranstaltung wollte, hat sie  natürlich auch gefunden.

Das Gelände selbst ist traumhaft – sowohl was die Veranstaltungsfläche als auch die Fläche für die Camper betrifft. Der Zeltplatz war mit Bäumen und Büschen umstanden und es wurden Wasser, Strom und mobile Toiletten angeboten, die wie üblich jeden Morgen aufwändig geleert und gereinigt wurden. Das absolut geniale war aber, dass man sowohl morgens als auch abends die Duschen des Freibades nutzen konnte, und zwar völlig umsonst. Ich wäre auch bereit gewesen, dafür zu zahlen, das ist ein Luxus, den nicht jedes MPS Gelände bieten kann. Jedenfalls gab es jeden Morgen einen langen Pilgerstrom der duschwilligen und es war ganz leicht zu finden, weil mir dutzende frischgewaschene Menschen entgegenkamen und ihre Handtücher in der Hand oder um den Kopf gewickelt hatten (warum nur müssen Frauen dies tun?).

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Der Ursprung der Landsknechte

Das Mittelalter war geprägt durch Herrscher, die ihren Besitz durch familiäre Bindungen wie Heirat, politische Bündnisse mit anderen Herrschern und notfalls mit Gewalt zu erhalten oder zu erweitern wussten.

Das gewaltsame Vorgehen durch Kriege war dabei sicherlich die kostspieligste Variante und wurde jahrhundertelang durch Schlachten geprägt, die vor allem durch gepanzerte Reiter gewonnen oder verloren wurden – die Ritter.

Maximilian I

Maximilian I

Spätestens in den Burgunderkriegen, in denen es um Machtansprüche des deutsch römischen sowie um Sicherheitsbestrebungen des französischen Königs ging (Burgund hatte sich im 100 jährigen Krieg mehrfach mit den verfeindeten Engländern verbündet) wurden Ritter als entscheidende Komponente durch neue Taktiken wesentlich geschwächt und schließlich abgelöst. Die Schweizer Eidgenossen stellten “Reisläufer” auf, also Fußsoldaten, die durch eine geschlossene Form und durch kluges taktisches und disziplinierten Vorgehen mit Hilfe langer Spieße in der Lage waren, die gepanzerten Ritter in der Schlacht von den Pferden zu holen und dann in aller Ruhe abzuschlachten.

Schweizer Reisläufer

Schweizer Reisläufer

Maxililian I probierte diese Taktik mit Hilfe flämischer Söldner aus und gewann 1479 bei Guinegate eine Schlacht gegen ein konventionelles französisches Heer. Der Hintergrund dieses Schlacht waren die Besitzansprüche von Maximilian und dem französischen König – beide sahen das Herzogtum Burgund als ihr Eigentum an.

Die Söldner Armee Maximilians löste sich natürlich nach der Schlacht auf, aber der junge Erzherzog erkannte offenbar die Chance, durch ein ähnlich strukturiertes Heer, das permanent unter Waffen stand, die neuen Besitztümer zu verteidigen. Im Westen musste Maximilian immer mit den Franzosen rechnen und im Osten entwickelte das Osmanische Reich deutliche Expansionsbestrebungen. 1453 war die Perle der Christenheit, Konstantinopel, gefallen und die Türken versuchten ihren Machteinfluss , wenn auch zunächst mit wenig Erfolg, in Europa auszudehnen.

Wenn man sich dann noch vorstellt, dass ein mittelalterlicher Fürst nahezu ständig mit Rebellionen und Besitzansprüchen anderer Fürsten zu tun hatte, kann man leicht nachvollziehen, dass das Bedürfnis nach einer ständig vorhandenen, erfolgversprechenden Truppe recht groß war. Bedauerlicherweise sind Ritter ziemlich teuer, aber die Erfahrung aus den Auseinandersetzungen um Burgund ließ wohl in Maximilian den Entschluss reifen, gut trainierte Fußsoldaten einzusetzen. Als er 1486 zum deutschen König gekrönt wurde, hatte er zwei Armeen mit jeweils drei- bis viertausend Mann in seinen Diensten. Diese ließ er durch Schweizer Ausbilder zu Lanzenträgern ausbilden. Auch wenn unter Maximilian systematisch Söldnertruppen ausgebildet wurden , deren Hauptwaffe Spieße und Hellebarden waren und die eben nicht durch gepanzerte Reiter als wichtigstes taktische Element geprägt waren, ist die Erhebung zum “Schöpfer” des deutschen Landsknechtwesen zumindest problematisch. Die deutschen Landsknechte entstanden schlicht aus der Übernahme und Verfeinerung des taktischen und disziplinierten Vorgehens nach dem Vorbild der eidgenössischen Reisläufer – und weil diese Truppe so erfolgreich war, wurde sie auch  bedenkenlos für politische  Zwecke angeworben und eingesetzt. Aber dazu mehr in späteren Artikeln …

Gewandet zum Mittelaltermarkt?

Mittelaltermärkte sind wie Karneval – niemand nimmt Anstoß daran, wenn man verkleidet (=”gewandet”) zum Markt kommt. Aber es gibt durchaus Unterschiede in Bezug auf Märkte, Veranstaltungen und natürlich auch Gewandungen. Fangen wir bei den Besuchern an. Da gibt es den Typus, der sich ein mehr oder minder gewaltiges Schwert in den Gürtel steckt und dann stolz den Markt abschreitet. Meistens sind dies die Herren der Schöpfung, die da Jeans mit Waffen verbinden. Weiterlesen

Die Hitzeschlacht beim MPS in Bückeburg

Das MPS präsentierte sich am ersten Bückeburg – Wochenende als wahre Hitzeschlacht: Temperaturen am Samstag um die 38° Celsius forderten von Besuchern und Künstlern so einigesan Durchhaltevermögen. Trotzdem war Anja von Metusaes mal wieder ein Riesenspaß – ich suchte wo immer es ging Schatten auf und bediente mich oft an den Rasenspreng- und Sprinkleranlagen, die Gisbert Hiller überall aufgestellt hatte.  Diese Erfrischung half gut über die Hitze weg – mein Landsknechtgewand habe ich mehrfach durchnässt und in weniger als 15 Minuten war es wieder trocken. Die Hitze tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Bückeburg ist ja immer etwas Besonderes für mich, aber diesmal hatte ich den Eindruck, dass die Leute noch hungriger auf Spaß und mitmachen waren.  Metusa hat ein supergeiles Konzert hingelegt – die Menge tobte und das übertrug sich natürlich auch auf die jungen Musiker, sie machten eine Riesenshow. Nach Sonnenuntergang habe ich mir – wie immer – Rapalje und Saor Patrol angesehen, beide Gruppen habe ich die gesamte Woche nach Bückeburg I nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Ich habe keine Ahnung, wie oft ich mir die CDs reingezogen habe. Natürlich kamen auch die Freunde von Saltatio Mortis, Duivelspack, Streuner, Vermaledeyt und Capud Draconis ebenfalls auf ihre Kosten. Schade, dass ich nicht alle sehen – und vor allem hören konnte, aber ich kann mich leider nicht zweiteilen. Faszinierend war das Bruchenballturnier. Bei 38° Celsius ohne Schatten um den Bruchenball zu kämpfen  benötigt schon einen gewissen, sagen wir mal Enthusiasmus. Die Mädels und Jungs haben ihre Sache toll gemacht, es hat mal wieder richtig

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