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Mittelalter?

Der Begriff “Mittelalter” wurde von Humanisten, also Menschen, die das kulturelle und ethische Ideal der Antike aufgriffen, geprägt. Nach diesem Verständnis ist das Mittelalter die zeitliche Epoche in Europa zwischen Antike und Neuzeit und  beschreibt als “dunkle” Epoche den Verfall von Kultur und Bildung. Man wird sehen, dass dies eine ziemlich verkürzte und verzerrende Betrachtungsweise ist.  KArl der Große und sein Sohn Ludwig der Fromme,. Quelle: Grandes Chroniques de France, France, Paris  Insgesamt wird das Mittelalter in Früh- Hoch- und Spätmittelalter unterschieden und beschreibt ungefähr eine Zeitraum vom 6.Jahrhundert nach Chr. bis zum 15. Jahrhundert  nach Christus. Das Frühmittelalter beginnt mit dem Ende der Völkerwanderung, also dem Einfall der Langobarden in Italien. Der Beginn kann somit um 568 datiert werden und meint den Prozess des Zerfalls antiker Strukturen, wie etwa Herrschafts- und Wirtschaftsformen. Die Veränderungen im Frühmittelalter sind umfassend: das Christentum setzt sich mit teilweise radikalen Mitteln durch, neue Reiche wie etwa das fränkische Reich entstehen, die Zeit der Wikingerraubzüge beginnt, in Britannien werden mehrere Königreiche gegründet aus denen später England entstehen wird.

Moderne Menschen werden Namen wie Karl der Große mit dem (Früh) Mittelalter in Verbindung bringen:  Das Fränkische Reich zerfällt nach seinem Tod 814 in eine westliche Hälfte, die später zu Frankreich wird und in eine östliche Hälfte, dem späteren “Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation”.  Das Hochmittelalter wird von uns heute oftmals mit der Zeit der Ökumenisches Heiligenlexikon: Die Belagerung von JerusalemKreuzzüge verbunden. Zeitlich könnte man es in die Epoche zwischen der Mitte des 11. Jahrhunderts bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts einordnen.

In diesem Zeitraum lassen sich wiederum eine Vielzahl von Veränderungen in der (westlichen) mittelalterlichen Gesellschaft beobachten. Die Kirche verfestigte zunehmend ihre Macht, die Bevölkerung wächst an, was wiederum den Handel und das Handwerk fördert und damit auch die Geldwirtschaft. Im 11. Jahrhundert wird die Bevölkerung in Europa auf etwa 45 Millionen Menschen geschätzt – Ende des 13. Jahrhunderts sind es schon ungefähr 70 Millionen Menschen. Dies wird durch die Umgestaltung der Landwirtschaft ermöglicht: die Verwendung von Wendepflügen statt Haken, neuer Getreidesorten  sowie die Umstellung auf 3 Felder Wirtschaft ermöglicht nahezu eine Verdopplung der Produktivität in der Landwirtschaft. Wichtig für die gewandeten  Besucher mittelalterlicher Märkte oder des MPS: Die Mode änderte sich im Hochmittelalter. Während Frauen im Frühmittelalter hemdsähnliche Gewänder ohne richtigen Schnitt trugen, wurde die Bekleidung des weiblichen Geschlechts im Hochmittelalter figurbetonter: am Oberkörper war das Kleid enganliegend und oft mit seitlicher Schnürung, die Ärmel oft tütenförmig erweitert, die Röcke durch “Geren” also Keile,  erweitert und endeten oft in eine Schleppe. Die Betonung des Oberkörpers wurde dann noch durch einen Gürtel verstärkt. Auch bei den männlichen Vertretern trat diese Änderung in der Mode ein, wenn auch weit gemäßigter.

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