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Berichte

Berichte über einzelne Veranstaltungen

Ein gelungener Saisonauftakt in Luhmühlen

Liam Bo Skol auf dem MPS LuhmühlenEin Saisonauftakt Mitte April für eine Open Air Veranstaltung ist ja immer eine riskante Sache und Luhmühlen ist für das MPS ein Veranstaltungsort, der noch relativ jung ist.

Somit sind die Randbedingungen nicht gerade supergünstig gewesen, vor allem, wenn man die Wetterprognose in Betracht zieht.

Nichtsdestotrotz ist es dem Veranstalter Gisbert Hiller einmal mehr gelungen,  seinen Gästen ein fantastisches Event mit jeder Menge Spannung, Action und viel guter Musik zu bieten.

Der MPS Fan Blog war diesmal als Heerlager dabei, und auch deshalb habe ich mich auf Luhmühlen besonders gefreut.

Zunächst einmal aber das Wesentliche über die Veranstaltung.

In Luhmühlen waren jede Menge neuer Künstler zu sehen. Wie Gisbert Hiller schon angekündigt hatte, ist Ars Equitandi nicht mehr unter Vertrag, ihren Part übernahm die Compania Kaskadeure.

Soweit ich sehen konnte, haben sie ihren Part ganz ordentlich gemacht – in Rastede werde ich sie mir noch einmal genauer anschauen.

Natürlich gab es auch altbekannte und –bewährte Akteure. Achim der Falkner,Der hässliche  Hans, Der Tod, Gawan, für die Kinder der Kiepenkasper, der Zauberer Heiko und die Feuervögel – es war für jeden Geschmack etwas dabei.

Für mich neu war die Teilnahme als Heerlager. Wir haben zu viert eine frühmittelalterliche Darstellung gewählt und sind als Heerlager Saxnot Wigmodien aufgetreten – und waren damit Teil Heerlager Saxnot Wigmodiender Veranstaltung.

Am Freitag Morgen ging es los und das Wetter machte gerade nicht so wahnsinnig Lust auf den Aufbau.

Gegen 11:00 kamen wir auf dem Platz an und mussten erst mal an der Heerlagersammelstelle auf Igor warten. Er organisiert unter anderen die Heerlager und weist sie ein.

Ich hatte schon eine Vorstellung davon, was die Organisation des MPS für eine Sisyphusarbeit ist, aber endlich konnte ich mal konkret hinter die Kulissen schauen.

Nachdem Igor die anwesenden Heerlager abgehakt hatte, machte er die Runde mit uns und stellte mögliche Aufbauplätze vor. Man stelle sich das nicht als einfachen Vorgang vor, Igor hatte noch jede menge andere Aufgaben und wurde immer wieder über Funk unterbrochen weil er sich mal um die Situation auf der campside, dann über An- und Abfahrt, dann über Personalzuweisung kümmern musste – er hat einen Job, der sicher nicht einfach ist.

Wir entschieden uns für einen Platz direkt am Eingang gegenüber der Festivalbühne, wo wir auch die Chance hatten, eine Bogenschiessbahn für Besucher aufzubauen.

Mehrmals täglich  ging Silvie als Heerlagerbeauftragte über das Gelände und sorgte dafür, dass die Lager auch stimmig aussehen.

Keine moderne Dinge sollten für die Besucher sichtbar sein und sollte das Zeltinnere nicht entsprechend ausgestattet sein, war der Eingang verschlossen zu halten

Auch wenn wir das manchmal vergaßen – Silvie wies uns freundlich aber bestimmt darauf hin und das war natürlich auch gut so.

Für die Heerlager gab es jeden Morgen eine Durchsprache über die geplanten Aktivitäten des Tages und man konnte sich bspw. für das Bruchenballturnier anmelden oder für den Pestumzug und eine aktive Rolle spielen.

Da gab es dann auch interessante Details über die zukünftigen Veranstaltungen im Jahr oder auch für die weitere Zukunft.  Noch in dieser Saison soll es bspw.  noch abwechslungsreicher auf dem MPS zugehen – neue Händler werden aktiv gesucht.

Heerlager sind ausdrücklich aufgefordert worden, sich für den gigantischen Berlin Termin anzumelden – das soll ein unvergessliches Event werden.

Gisi erzählte auch von seinen Plänen in der nächsten Saison und ich kann verraten, dass die sehr spannend werden wird und ein gigantisches Jahr verspricht. Wenn sich die Infos, die er uns gegeben hat, verdichten, werde ich sicher noch einmal darüber schreiben.

Die Bands, die Gisi eingeladen hatte, waren vom Feinsten. Omnia, Saltatio Mortis und Versengold, Celtica Pipe Rocks hatten selbstverständlich ihre riesige Anhängerschar,  aber die Newcomer des letzten Jahres, allen voran die tolle Pagan Gruppen Cesair und Waldkauz am Samstag faszinierten ebenso das Publikum.

Mythemia habe ich zum ersten mal auf dem MPS gesehen. ich fand sie nicht schlecht aber zumindest bei mir reichte es nicht zum Kauf einer Scheibe

Sonntag spielten Rapalje ud Duivelspack auf und nach langer Abwesenheit konnte ich noch mal wieder bei den Streunern reinhören.

Der Abbau der Heerlager erfolgte natürlich erst nach Veranstaltungsende am Sonntag, und weil das dann doch etwas anderes als der Abbau auf der Campside ist, dauerte das auch entsprechend. Auch wenn ich dann um Mitternacht todmüde ins Bett gefallen bin – es hat sich gelohnt!

Mein nächstes MPS ist in Rastede – wir trinken doch zusammen ein Bierchen an der Drachenschänke, oder?

Das MPS in Hohenlockstedt : The Dolmen und der Rausch an Klängen und Gefühlen

Taloch Jameson MPS Hohenlockstedt 2015Das war wahrlich ein würdiger Abschluss für das MPS im Norden.

Gisbert Hiller lud bei besten Wetter zum letzten Nord MPS ein und sie kamen!

Zwar nicht massenhaft, wie bei den großen Veranstaltungen in Dortmund oder Rastede, aber das Gelände war gut gefüllt.

Zumal ja auch musikalische Leckerbissen geboten wurden: Omnia, Saltatio Mortis, Rapalje, Saor Patrol, The Cobblestones und  Ye Banished Privateers gaben ordentlich auf die Ohren.

Und The Dolmen!  Die kleine, stetig wachsende Gemeinde, die den sympathischen Briten die Treue hält, hörten ein Feuerwerk von Ideen und Klängen.

Und dabei machte es gar nichts, das Chris Jones durch Chris Hanich  (ex Metusa) ersetzt wurde, denn letzterer erwies sich einmal mehr als tolle Vertretung von Chris Jones.

Anja Nowotny (ebenfalls ex Metusa) ist nun vollwertiges Bandmitglied, jedenfalls wird sie auf der Seite von The Dolmen so geführt.

Was uns Fans geboten wurde war wieder einmal Weltklasse. Ich behaupte immer noch, das Josh Elliot der beste Gitarrist des MPS ist und meiner Meinung nach zu den führenden Musikern auf diesem Instrument in Europa gehört.

Und wie Kaleigh Marchant es geschafft hat, trotz offensichtlich durch Erkältung angekratzter Stimme, solch einen satten Sound zu singen, ist mir ein Rätsel.

Und dass sie dabei noch die Bühne gerockt hat,  ist bewundernswert!

Taloch schrieb mir später per Messenger, dass sie Carla Cosha vom fantastischen Album The Banquet für mich gespielt haben, weil ich ihm bei einem der früheren Auftritte gesagt hatte, wie sehr ich dieses Stück liebe.

Danke Taloch, Danke The Dolmen!

Aber man muss sich diese Nähe zu den Fans mal vorstellen: Irgendwann am Anfang der Saison sprach ich mit Taloch  darüber, dass ich gerne mehr von den Alben  Witchlord und The Banquet Live auf der Bühne hören würde und sie spielen dieses Lied für mich!

Taloch und die Band und ihre sympathische Managerin pflegen Kontakt zu ihren Fans und das ist nicht nur ein “Aus – den – Augen – aus – dem – Sinn – Gespräch” . Sie stehen nach jedem Gig für ihre Fans zur Verfügung und darüber hinaus pflegen sie diesen über die sozialen Medien.

Ich habe, glaube ich, schon einmal ähnliches  geschrieben: The Dolmen hatten am Samstag drei Sets und keines war wie das andere!

Da wurden keine Stücke doppelt gespielt, da war jedes der Sets thematisch abgestimmt. Die Songs gingen ineinander über, brachten die spezielle Stimmung des jeweiligen Gigs rüber.

Ich kenne KEINE andere Band auf dem MPS, die das in dieser Weise hinbekommt. Ich mag bekannterweise Omnia oder Rapalje sehr gerne. Letztere spielen zwar aus ihrem Repertoire auch kein Stück doppelt an einem Tag , erstere spielen in unterschiedlicher Zusammensetzung immer dieselben Sets auf ihren MPS Auftritten.

Aber in sich abgestimmte Sets, die einmal magische, einmal rockiges, ein anderes Mal ein nachdenkliches Feeling erzeugen – das können nur The Dolmen.

Kein Wunder, Taloch und seine Band sprühen nur so von Ideen,  die musikalisch umgesetzt werden müssen und sie erzählen dabei Stories, die ans Herz gehen.

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Versengold spielt in Bremen bei Saturn auf

Pinto Frohsinn beim Konzert im Bremer SaturnDer Ort war ungewöhnlich, der Anlass das Release der neuen Versengold CD “Zeitlos”.

Die Bremer Truppe spielte in der Bremer Innenstand auf – und zwar bei Saturn in der Galeria Kaufhof. ich glaube nicht, dass hier im Laden jemals soviel Stimmung herrschte wie gestern Nachmittag.

Ich schätze mehr als 200 Fans der Band hatten sich zusammengefunden um sich von ihren Lieblingen einheizen zu lassen. So mancher “normaler” Kunde wird sich gefragt haben, was zur Hölle denn da im Obergeschoss gefeiert wurde, denn trotz der beengten Platzverhältnisse wurde vor der, hm, Bühne kann man eigentlich nicht sagen, getanzt, gehüpft, gejohlt und lauthals mitgesungen.

Malte “Snorre Snoerkelfrey” stellte alte und neue Songs vor und ich bin sicher, dass so mancher neue Fan hinzugekommen ist.

Versengold hat in der Vergangenheit so manche Ballade geschrieben, “Ulf Goeda vom Nebelung” aus dem wunderschönen Album “Allgebräu” ist ein tolles Beispiel für ein Stück, das einen nachdenklich macht, “Der Zauber des Wildfräulein” aus dem Album “Im Namen des Folkes” geht direkt ins Herz und treibt mir mittlerweile jedes Mal die Tränen in die Augen.

Die Chance auf den neuen  persönlichen Favoriten hat nun das wunderschöne Stück “Wolken” . Kostprobe der genialen Texterfähigkeiten von Malte gefällig?

 

Selbst wenn sich bald der Regen zeigt

Und sich manch´Traum langsam verbraucht

Selbst wenn der Weg sich abwärts neigt

Und unsere Welt ins Dunkel taucht

Bleib dicht bei mir

Halt Dich an mir fest

Ich werde alles tun um Dich zu halten

Wenn Du mich nur lässt

Ich habe das Stück gestern zum ersten Honza Sturmgemüt beim Konzert im Bremer Saturn Mal gehört und es traf mich mal wieder wie ein Blitz, wie so oft, wenn ich etwas von Versengold höre.

Noch ist dieses Lied bei mir emotional nicht besetzt, wie so manche andere Ballade von Versengold.

Malte erzählte bei der Anmoderation des Stückes mit einem Spielmannslächeln auf den Lippen , dass er beim Auftritt in Köln noch weinen musste, als er das Stück vortrug.

Ich kann ihn verstehen, so viele Stücke – und gerade die von Versengold  – sind bei mir im Herzen mit Personen oder besonders schönen Momenten verbunden, und die Bilder steigen unkontrollierbar in mir auf, wenn ich das Stück höre.

Ist das nicht die schönste Art, Musik zu verstehen?

Das neue Album bietet gleich vier Gelegenheiten, das Herz vibrieren zu lassen, so viele Balladen hat die Scheibe.

Nach gut 40 Minuten war das Konzert zu Ende und die Jungs standen noch für ein Pläuschchen zur Verfügung .

Ich hatte das Glück, die neue CD für nur 12,99 zu erwerben, ich erwischte buchstäblich das letzte Exemplar auf dem Tisch.

Sorry an das Mädel, das nach mir kam und leer ausging, in der Liebe und beim günstigen CD Kauf ist alles erlaubt Smiley

Normalerweise kostet die Scheibe 15 Euro, die wirklich gut angelegt sind.

Ich werde die Bremer Jungen beim MPS in Telgte wiedersehen und freu mich jetzt schon drauf.

Tanzt ihr dann mit mir vor der Versengold Bühne?

Chillen beim Rapalje Zomerfolk Festival

Das RapaljeZomerfolkFestival in GroningenTja, Leute, ich bin fremdgegangen, und plante das schon seit vier Jahren.

Einmal im Jahr veranstaltet eine meiner Lieblingsbands, Rapalje, in Groningen das Zomerfolk Festival und ich wollte da schon immer mal hin.

Groningen ist nur 180 km von  mir entfernt und als bekennender Fan der sympathischen niederländischen Gruppe ist es eh beschämend, dass es bisher nicht geklappt hat.

Mitten im wunderschönen Stadtpark von Groningen hatte  Rapalje einen größeren Bereich zum Veranstaltungsgelände umfunktioniert und um es vorweg zu sagen: Es war toll.

Für Übernachtungsmöglichkeiten war auch gesorgt:  am Stadtpark befindet sich in Gehweite ein toller Campingplatz mit Sanitäranlagen, Kneipe, warme Duschen und Kiosk.

Für vier  Personen, drei Zelte und zwei Autos haben wir von Freitag bis Sonntag nur 35 Euro bezahlt, da kann man nicht meckern.

Allerdings, Campside Feeling mit Partys an allen Zelten war natürlich nicht drin, so gegen 22:00 Uhr am Freitag wurde es still auf dem Campingplatz.

Ich glaube, wir waren die einzigen, die bis gut 12 Uhr noch draußen ein Bierchen oder zwei genossen haben.

Das Gelände war mit einer allen MPS Fans bekannten Bühne bestückt und auch die Technik dazu war wohl Leihgabe des MPS,  ebenso wie zahlreiche Sitzgelegenheiten und Sonnensegel auf dem Platz.

Hier hat Gisbert Hiller der Band wohl mit Equipment ausgeholfen. Auch das Black House mit seinen Bierspezialitäten war vor Ort, aber die von gutem Bier verwöhnten niederländischen Nachbarn hielten sich wohl mehrheitlich an das leckere Rapaljebier, das für günstiges Geld überall ausgeschenkt wurde.Rapalje Zomerfolk Festival - das Gelände

Auf der Bühne spielten mit halbstündiger Pause zwischendurch jede Menge unterschiedlicher Bands aus unterschiedlichen Musikrichtungen.

Bemerkenswert fand ich Sean Cannon and Sons, mein Bruder meinte, das klänge wie Dubliners. Kunststück, er gehörte den Dubliners früher ja auch an (also Cannon, nicht mein Bruder).

Das Musikproramm war genremässig durchmischt. Ich habe Samstags nahezu alle und am Sonntag die erste Band mitbekommen,  und ich war tatsächlich auch von einer mir unbekannten Band, Mr. and Mississipi, so begeistert, dass ich mir die CDs bestellt habe, sie hatten leider keine mitgebracht.

Meine Nachfrage nach einer Scheibe  am Miroque Stand wurde wie folgt beantwortet: “ Bei Kleinem kann ich ein Schild aushängen, dass wir keine Scheibe von denen haben, so viele haben nachgefragt!” Vielleicht hört ihr mal in die Musik rein, auf Youtube und auf ihrer Homepage ist einiges zu finden. Es lohnt sich, wenn man auf Indie steht.

Die Stimmung war fantastisch, wobei die meisten Niederländer unter Gewandung wohl das Tragen von Kilts verstanden. Ich war mit meiner Landsknechtstracht wohl nicht Teil des Mainstreams und wurde auch fotografiert, was meinem Ego natürlich ungemein gut tat. Smiley

Das Heerlager war fein und klein und gehörte wohl zur Reenactmentgruppe Mars, bei denen ich tolle Schwertvorführungen gesehen habe.  Anders als die Schwertkampfschule in der ich zur Zeit Rapalje Zomerfolk Festival- Das Rapaljemuseumtrainiere, Klopffechters Erben, vereinen Sie die Deutsche Schule mit anderen Kampfelementen wie Ringen.

Händler waren natürlich auch da. Die auf dem MPS üblichen zahlreichen Leonardo Carbone Angebote bei den Gewandungen waren aber entweder gar nicht vertreten oder so spärlich, dass ich sie schlicht übersehen habe. Es gab eher folkige Sachen, Tücher und Schmuck, vieles an Räucherwerk , das übliche Grillangebot aber leider nur wenig vegetarisches Angebote.

Allerdings: Süßigkeiten! Da musste ich einfach zugreifen und schon war das Mittagessen nicht mehr so wichtig, all das süße Zeugs war denn doch sehr sättigend.Rapalje Zomerfolk Festival - Die William Marionette

Rapalje war die einzige Band, die am  Samstag zwei Gigs hatte, und man merkte ihnen die Freude, im Heimatland zu spielen, richtig an.

Andrea vom Rapalje Fan Club hatte gefühlt sämtliche Deutsche Fans  nach Groningen gelotst aber auch ohne germanische Unterstützung war die Stimmung gigantisch.

Da wurde vor der Bühne getanzt  und mitgesungen, ganz wie man das von den Auftritten der Jungs in Deutschland auch kennt. Ihre Ansagen waren natürlich niederländisch – logisch! Schade dass ich nicht jeden Joke verstanden habe.

Das Zomerfolk Festival wird ja bekanntlich von Rapalje organsiert – und sie stellten ein Rapaljemuseum auf das Gelände.

Da waren Erinnerungsstücke, Sprüche, Puppen und einiges mehr von Rapalje zu sehen, und weil ich die Band seit nahezu 15 Jahren kenne, war das wie eine Zeitreise für mich.

Ein Parkplatzproblem für anreisende Besucher gab es nicht.  Ganz Niederlande ist ja mit dem Fahrrad unterwegs und so standen tausende davon vor dem Eingang, was der Verkehrssituation in Groningen und der Umwelt im Besonderen sehr zugute kam.

So, das Fazit vom Zomerfolk Festival: Nächstes Jahr wieder!

Und nun freu ich mich auf das MPS in Bückeburg, Ich werde die ganze Woche dableiben, das hatte ich auch schon immer mal vor.

Trinken wir ein oder zwei Horn miteinander? Gehabt Euch!

Verrückte auf der Campside beim MPS in Basthorst

Lotte von BollerslebenIch schlendere am Freitagabend so über die Campside in Basthorst auf der Suche nach Motiven für ein Campside Special und als ich frage, ob ich ein Foto veröffentlichen darf, stoße ich auf ein paar liebevoll verrückte Menschen.

Wer nämlich glaubt, dass das MPS erst am Samstag morgen richtig losgeht, irrt sich ganz gewaltig.

Die Campside ist in aller Regel einen Tag vorher ab morgens bis zum Tag nach dem MPS, ebenfalls morgens, geöffnet.

Und sie wird genutzt, zumal es ja die Möglichkeit gibt, die Jahreskarte als Campside Plus Karte zu kaufen,  und damit auch ein auch finanziell planbares Wochenend – MPS Erlebnis zu realisieren.

Da wird gegrillt, man trifft auf Feuerschalen und Feuerkörbe, die die Nacht stimmungsvoll erleuchten, man hört Musik, es laufen viele Leute in Gewandung herum, Kinder die staunend und tobend über die Campside rasen – es ist mächtig was los!

Also mir persönlich fehlt nur ein Badezuber …

Jedenfalls komm ich an einem Lager vorbei – viele Camper bauen mittlerweile schon so etwas ähnliches wie Heerlager auf der Campside auf- und komm mit den jungen Leuten ins Gespräch.

Sie haben ein Projekt : Otto von Bollersleben II.

Das ist ein von verschiedenen Spezialisten hergestellter Bollerwagen und seine kleine Schwester, die Lotte, die ihr im nebenstehenden Bild bewundern könnt.

Der Bollerwagen, den ich eigentlich am Samstag im MPS Betrieb aufnehmen wollte, hab ich dann nicht abgelichtet, die Truppe ist einfach im MPS Gewühl untergegangen.

Nichtsdestotrotz kann man sich kaum vorstellen, mit welcher Liebe die Wägelchen zusammengebaut wurden: Da waren Tischler, die das Holz bearbeitet haben, vor wenigen Monaten war Otto,  der zweite  seines Bollerwagennamens,  noch im Wald.

Da waren Schlosser und Hobbyschmiede am Werk, Gastronomiefachkräfte, um ein Kühlmodul in den Wagen zu integrieren, damit es immer frische Kaltgetränke für die Gruppe gibt und Elektriker für die elektrische Ausstattung .

Das Teil ist riesig, mit speichenlosen Holzrädern versehen, schiebt sich aber wie ein Kinderwagen. Schaut doch mal auf die Homepage dieser verrückten Truppe, ihr findet sie hier.

Am Samstag ging es dann bei strahlendem Wetter endlich los und war das Zuschauerinteresse beim ersten Basthorts MPS im letzten Jahr noch nicht so überragend, dürfte der Veranstalter Gisbert Hiller in diesem Jahr zufrieden gewesen sein – das Gelände war voll. Kayleigh Marchant beim MPS in Basthorst Man kann Basthorst nicht mit den großen Veranstaltungsorten vergleichen, dementsprechend hat es auch seinen eigenen Reiz und mit dem “Kuhstall” eine besondere Location, auf die ich noch  zu sprechen komme.

Ich hab mir wieder die Morgenmesse angesehen, die ist ja immer wieder anders gestaltet und bei den zotigen Sprüchen die da kommen, ist auf jeden Fall für Lachen gesorgt.

Gisbert Hiller hatte mal wieder interessante Bands eingebucht: Die für mich großartigste Band “The Dolmen” hatte den Weg aus Weymouth angetreten um uns mit alten und neuen Stücken zu erfreuen.

Ich hoffe, im nächsten Jahr bucht er sie noch öfter ein und noch besser wäre es, sie würden mit Saor Patrol die Bühne bespielen, dann besteht nämlich die Chance, dass sie etwas aus dem gemeinsamen Album “Crann Tara” vorspielen.

Übrigens, wer es noch nicht wusste, die vielen MPS Fans bekannte Anja, früher bei Metusa,  wirkt beim neuen Album “Nuada” mit.

Wer sie mal wieder spielen sehen möchte, kommt zum MPS nach Wassenberg. Leider bin ich da beim Zomerfolk Festival in Groningen, vielleicht mag ja mal jemand einen Gastbericht mit tollen Fotos schreiben?

Wer The Dolmen noch nicht kennt, sollte sich mal in ihrem Youtube Channel umsehen: Dolmen bei Youtube

Neben meine Lieblingsband traten auf: Saltatio Mortis, The Cobblestones, Saor Patrol, Omnia, Rapalje, auf den beiden Bühnen war ordentlich was los!

Tja, und dann der schon erwähnte Kuhstall. Da waren keine Kühe drin, obwohl vielleicht so manch feierwütiger Gast so etwas ähnliches am Sonntag Morgen da gesehen haben mag.

Samstag Nacht gab es nämlich die Kuhstallparty von The Cobblestones, die ging von 1 Uhr nachts bis morgens gegen 4:30. Es war jedenfalls schon hell, als ich zum Zelt zurückging.

Die Party war gigantisch, noch bestem irischen Folkklängen hüpfte vor der Bühne alles durcheinander und “Stollen 13” floss in Strömen.

Was das ist?

Ein spezielles Getränk der Band, Hauptbestandteil ist Whiskey. Ach ja Kirschsaft ist auch drin.

MPS_Basthorst Achim der FalknerWirkt zunächst anregend, bloß am nächsten Morgen fühlt man sich nicht ganz so gut, denke ich.

Ich habe allerdings nur mal gekostet, da ich Sonntags wieder nach Hause fahren wollte, bin ich bei meinem Wein geblieben.

Neben der tollen Party war der Star auf dem MPS mal wieder Achim der Falkner.

Wer seine Show noch nicht gesehen hat, muss sie sich auf jeden Fall auf den Terminzettel des nächsten MPS schreiben. Er erzählt tolle Geschichten über die Tiere und die Viecher sind echt faszinierend.

Und man bekommt sie auf die Hand und kann sich mit ihnen fotografieren lassen.

Dabei macht Achim das nicht als Geschäft mit Proftinteresse, er arbeitet mit körperlich und geistig beeinträchtigten Menschen und die Einnahmen gehen in seine Arbeit.

Zum Schluss noch ein ernsteres Thema.

Es hatte sich eine Demonstration gegen das MPS angesagt (die nicht stattfand). Weil Gisbert Hiller deutliche Worte gegen eine andere Veranstaltung gefunden hatte, die es sich mit Auflagen und Einhaltung allgemeingültiger Standards offensichtlich ein wenig leicht gemacht hat.

Man kann über Form und Sprache von Gisbert Hiller geteilter Meinung sein. Fakt ist aber, dass er sich mit ebenso markigen Worten für das Wohlergehen von Tieren und Tierheimen einsetzt. Dann jubeln ihm die Leute zu und finden es toll.  Mit genau demselben Engagement prangert er Missstände auf anderen Märkten an.

Und wer das MPS schon etwas länger verfolgt, der weiß, dass diese Veranstaltung schon immer den behördlichen Auflagen ein bisschen Voraus war.

Im Interesse der Gesundheit und Sicherheit von Besuchern, Ausstellern und Künstlern.

Es wurden schon immer gekennzeichnete Feuerlöscher vorgehalten, egal ob sie in dieser Dichte benötigt wurden oder nicht.

Es gab schon immer Brandwachen. Es gab Feuerverbote auf der Campside bei zu trockenem Wetter. Es gibt eine professionelle Security Mannschaft.

Auch vor Duisburg gab es schon  gekennzeichnete Notausgänge.

Mit der Auswahl neuer Veranstaltungsorte tut sich Gisbert ungeheuer schwer, weil eben nicht jedes Gelände seinen Qualitäts- und Sicherheitsansprüchen genügt.

Ich kann schon verstehen, wenn ich als Veranstalter soviel Geld für die Gesundheit und Sicherheit ausgebe, zum Teil freiwillig, und entsprechend auch die Eintrittspreise verlangen muss und auf der anderen Seite Großveranstaltungen offensichtlich Auflagen umgehen oder ignorieren.

Und keinem ist gedient, wenn auf irgendeiner Veranstaltung Menschen zu Schaden kommen, das schlägt sich auf die gesamt Branche nieder, ganz zu schweigen vom Schaden für die Menschen, die sich einen schönen Tag erhofft haben.

Hätten wir damals nicht solche Hohlbirnen in Duisburg sitzen und einen Veranstalter gehabt, der seiner Verantwortung gerecht wird, würden manche heutige Auflagen nicht notwendig sein.

Ich kann nicht sagen, was an den Vorwürfen, die Gisbert Hiller erhebt, dran ist, aber erst Profi genug, um Situationen einschätzen zu können.

Schließlich ist er lange genug im Geschäft.

Und ihm zu unterstellen, er will einen Konkurrenten ausschalten ist schlicht und ergreifend dämlich. Das MPS ist in seiner Art das größte reisende Event und kein Mittelaltermarkt ist ernsthafter Konkurrent.

Und das Brötchen in einer Baggerschaufel nichts zu suchen haben, ob mit oder ohne Laken, kann ich mir auch sehr gut vorstellen, ohne im Gastronomiebereich tätig zu sein.

So, jetzt ist aber Schluss, nächste Woche bin ich auf dem ersten Leipzig MPS, ich bin sehr gespannt. Trinken wir ein Horn zusammen?

Hier geht es zum Fotoalbum

Das MPS in Hohenwestedt – War es das letzte Mal?

Arnulf vom Duivelspack in Hohenwestedt

Das MPS in Hohenwestedt feiert das 20. Jubiläum und zurzeit sieht es nicht so aus, als ob es noch ein 21. Festival geben würde.

Dabei waren bei besten Wetter und einem tollen Angebot mal wieder Besuchermassen in HoWe.

Es wurde ausgelassen bis 2:00 Uhr nachts gefeiert – was ja auch nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit inmitten einer Stadt ist. Wir erinnern uns da an Anwohner in Telgte, die es geschafft haben, Tausenden den Spaß zu verderben.

Der Veranstalter sieht sich mal wieder erneut  mit erhöhten Forderungen der Behörden konfrontiert, die beispielsweise verlangen, vor Veranstaltungsbeginn einen Plan mit  jeder Feuerstelle vorzulegen.

Das kostet Zeit, Nerven und Geld! Die Behördenauflagen machen dem Veranstalter mittlerweile so zu schaffen, dass er sogar das fette Ö in Hamburg im September in Frage stellt.

In HoWe wurden zudem nach Veranstaltungsflächen gestrichen, weil neue Bauten und Anpflanzungen bestimmte Flächen nicht mehr bespielbar machen.

Es ist nachvollziehbar, dass  Gisbert Hiller hier den Aufwand und den Nutzen der Veranstaltung in Hohenwestedt in Frage stellen muss. Schwierige Aufbaubedingungen bedeuten halt längere und schwierige Aufbauzeiten und sein Team will ja auch bezahlt werden.  Ein Gelände, dass für Besucher durch die Weitläufigkeit und die Zerrissenheit der einzelnen Attraktionen wie dem Ritterturnier unattraktiver wird, zieht automatisch weniger Besucher an. Logisch,  dass sich der Veranstalter da einfach nach Alternativen umsehen muss.

Schauen wir mal, was im nächsten Jahr los sein wird, der Termin in HoWe ist sicher ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt und damit sollte es im öffentlichen Interesse liegen, den Standort für das MPS zu erhalten.

Insgesamt 3 Campsides mit zusammen 15 ha Größe bedeuten eben auch jede Menge Besucher und Einnahmen für den Ort.

Am Freitag Nachmittag war HoWe schon voll, in den Cafés saßen MPSl`er und ließen so manchen Euro. Ich drück dem Standort die Daumen, ich bin immer gerne in HoWe!

Nun aber zum Pfingstwochenende.

Gisbert Hiller bot mal wieder einiges an Bands auf: Versengold, Saltatio Mortis, Celtica Pipe Rock, Rapalje, Saor Patrol, Duivelspack, Mr. Hurley und die Pulveraffen, Omnia, Cobblestones, Ye Banished Privateers  und Knasterbart gaben sich die Ehre.  Und es war ein Fest!  Da wurde gehüpft, getanzt, gefeiert, gelacht – und geweint. Weiterlesen

Der doppelte Rectus beim MPS in Dortmund

Der doppelte RectusWar das ne Riesenparty im Fredenbaumpark zu Dortmund!

Von Donnerstag lud das MPS zum Dauerspaß ein und die Menschen kamen!

Donnerstag und Freitag war das Veranstaltungsgelände gut besucht und Samstag und Sonntag war es so proppenvoll,  dass man auf den Wegen nur langsam vorankam.

Leider wurde dieser Dauerspaß doch empfindlich getrübt.

Das MPS ist im Laufe der Veranstaltungsgeschichte ein deutschlandweit bekanntes Event geworden.

Zehntausende Menschen ziehen Woche für Woche zum Spectaculum um bewaffnet aber friedlich miteinander zu feiern, bei den Händlern nach tollen Klamotten zu suchen, den Künstlern bei ihren einzigartigen Shows zuzuschauen. Leider ist dieses Event auch beim Bodensatz unserer Gesellschaft bekannt geworden.

Vor zehn Jahren konnte man auf jedem MPS seine Sachen herumliegen lassen, ohne übergroße Vorsicht walten zu lassen. Das nutzen Gauner offenbar aus.

Auf der Campside wurde mehrere Zelte durchwühlt, teilweise aufgeschlitzt um an Wertsachen zu kommen. Letzteres sogar, als Leute drin schliefen.

Händler wurden offen beraubt, Ware in großer Menge aus dem Zelt gestohlen. Am Sonntag, schrieb der Veranstalter Gisbert Hiller, sind Menschen auf das Gelände gekommen um massiv Trickdiebstähhle zu versuchen. Die Security konnte sie  teilweise bis zum Eintreffen der Polizei festhalten.

Die Gauner hatten durchweg rumänische Pässe. Gisbert Hiller betont, dass das MPS nicht ausländerfeindlich ist, etliche Angestellte sind nicht deutschstämmig, viele friedliche und ehrliche Gäste genießen das Event. Ich sehe das auch so und sehe auch die Problematik, dass in unserer Zeit auch leider Gruppen aus dem osteuropäischen Raum hier in Deutschland organisiert Straftaten begehen. Hier muss es eine politische Antwort geben.

Die Polizei war allerdings nicht in der Lage, verstärkt Präsenz zu zeigen. Ich mache da den Beamten keinen Vorwurf, sie machen einen knochenharten Job und ich bin dankbar für die Sicherheit, in der ich Dank unserer Polizisten leben kann.

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Das MPS in Hohenlockstedt – die Saison ist beendet

MPS_Hohenlockstedt_2014 - Corvus CoraxWo ist nur die Zeit geblieben? Es kommt mir vor, als ob ich vor kurzem erst vom MPS Auftakt in Luhmühlen zurückgekommen bin, und nun ist ein wunderbares MPS Jahr viel zu schnell zu Ende gegangen.

Aber das war noch einmal eine riesengroße Party in Hohenlockstedt, und die Wettergötter spielten mit.

Wir kamen Donnerstag auf die Campside, Freunde hatten uns ein Plätzchen freigehalten (Vielen Dank Florian!) und es war schon ordentlich was los,  Platz im auf dem ehemaligen Militärgelände war  massig vorhanden.

Die Campside war einigermaßen gefüllt und zumindest  im Eingangsbereich zum Veranstaltungsgelände waren Flutlichtmasten aufgebaut, so dass man auch abends und nachts gut zu den Toiletten fand. Die waren im übrigen endlich mal wieder extra erleuchtet,  wohl auch deswegen, weil sie in das Veranstaltungsgelände integriert waren.

Auf Facebook wurde vielfach kritisiert, dass die Campside keine Dixies gehabt hätte. Das ist so nicht ganz richtig, Donnerstag Abend waren sie komplett offen und an den übrigen Tagen  über den Veranstaltungseingang zu erreichen. Vor Beginn der Veranstaltung waren sie auch hier frei zugänglich, danach musste man die Eintrittskarte vorweisen, was aus meiner Sicht auch in Ordnung ist , denn schließlich ist die Campside für Veranstaltungsbesucher da.  Allerdings kann ich sehr gut verstehen, das es weniger witzig für die Camper am anderen Ende der Campside war, den weiten Weg zu den Eingängen zu laufen. Das war in den letzten Jahren besser in HoLo gelöst. Weiterlesen

Das ultimative MPS in Öjendorf

Kalyeigh Marchant von The Dolmen MPS ÖjendorfGisbert Hiller hatte das große “Ö”angekündigt und eine Show der Superlative versprochen.

Dieses Versprechen hat er locker gehalten. Das Gelände in Hamburg Öjendorf ist die größte Fläche, die vom MPS bespielt wird und dafür muss wahrhaftig Einiges aufgefahren werden.

Wer behauptet, in Öjendorf alles gesehen zu haben, spricht schlicht und ergreifend die Unwahrheit, denn das ist absolut nicht möglich.

Auf sechs Musikbühnen wurden den Zuhörern pausenlos auf die Ohren gegeben. Man musste Samstag aus acht Nachtkonzerten das Richtige auswählen,  und vorher aus sechs Abendkonzerten  eine Auswahl treffen!

Und was wurde nicht alles aufgeboten, The Dolmen gaben sich die Ehre, Cobblestones, Saltatio Mortis, Omnia, Rapalje, Versengold, Saor Patrol, Duivelspack, Vroudenspiel, Knasterbart, Mr. Hurley und die Pulveraffen  …

Die Campside war ein wenig umgestaltet worden, die Einfahrt war auf die Seite verlegt worden.

Insgesamt war sie nicht so strukturiert wie in den letzten Jahren, früher wurden die Bereiche, in denen die Zelte aufgeschlagen werden konnten,  nicht so groß angelegt,  sondern durch Straßen mittels Flatterband abgeteilt.

Der Verzicht hierauf führte zu einer etwas wilden Campsituation: Samstag Mittag war ich eingekreist von Zelten und wäre mit dem Auto nicht mehr herausgekommen.

Ich habe gehört, dass Gisi verkündet hatte, aufgrund der vielen Zelte sei ein weiteres Feld für Camper freigegeben worden. Ich persönlich hatte nicht den Eindruck, dass die Campside überfüllt war, ich campe nun schon zum sechsten mal hintereinander in Öjendorf und für meinen Geschmack war der Besuch eher unter dem Durchschnitt.

Es waren wieder Flutlichtmasten auf der Campside aufgestellt, die Toiletten waren allerdings – wie immer in dieser Saison – nicht erleuchtet, was, wenn man nachts aufs Klo muss wahrlich kein Vergnügen ist.

Zwar sind die Dixies dank der Klasse Arbeit der Firma Knollmann immer relativ sauber und die katastrophalen Zustände von vor vier Jahren habe ich nicht wieder erlebt, aber anscheinend ist auch hier gespart worden: die sonst zur Verfügung gestellten Papiertücher an den Waschanlagen und die Seife gab es auf der Campside nicht. Gut, dass kann ich verschmerzen, Hauptsache Wasser ist da!

Der Weg von der Campside zum Gelände führt durch ein kleines Wäldchen und ist nachts stockduster. Und das ist auch gut so!

Ich habe einige Kommentare bei Facebook gelesen, wo dies bemängelt wurde. Allerdings, der Wald ist knochentrocken und dort offene Flammenschalen hinzustellen, wäre Wahnsinn.

Zurück zum Gelände: wenn man den Eingang vor der Campside benutzte, traf man gleich auf das erste Superlativ: Eine riesige Feldschmiede mit drei Schmieden, die auch kräftig auf glühende Eisen einschlugen. Ich war mir nicht sicher, ob ein Teil der Damenwelt die Arbeit bewunderte oder die Muskeln der Schmiede …MPS_Oejendorf_(276_von_310)

Für mich das Top Highlight war die Band The Dolmen. Hiller hatte sie vor drei Jahren auf dem MPS debütieren lassen und dann aber im letzten Jahr und in diesem Jahr die Truppe nur jeweils dreimal gebucht.

Das ist extremst schade, auch ohne die Unterstützung des MPS hat die Band eine feste Anhängerschaft und sie haben deutlich mehr Musik anzubieten als so viele andere Gruppen, die häufiger und für  längere Gigs  gebucht wurden.

The Dolmen hatte vier  Gigs am Samstag  drei am Sonntag, bis auf zwei oder drei Klassiker wie Whiskey in the Jar oder Go Laddie wurde nicht ein Stück doppelt gespielt.

Das sieht bei anderen Gruppen doch deutlich anders aus.

Wo wir gerade von Überraschungen sprechen: Elmsfeuer, in diesem Jahr oft für das MPS gebucht, vor zwei Jahren eine vielversprechende Band auf der Newcomer Bühne in Borken,  teilte kurzfristig mit, dass  zwei Mitglieder – Anni und Holsch –  die Band verlassen haben.  Bei aller Sympathie für die junge Band und  allen Verständnis für diese schwere Entscheidung, für mich ist das absolut unprofessionell und macht die Band, wie immer auch die Zukunft aussehen mag, für einen Veranstalter unberechenbar.

Das wäre mit Dolmen nicht passiert, die haben ein professionelles Management.

Also an dieser Stelle ein Bitte an Gisbert Hiller: Du kannst Bands eine Bühne verschaffen, bitte tu das auch für meine Lieblinge aus UK. Sie haben es verdient. Keiner spielt Rocky Road to Dublin so wie The Dolmen.  Loch Lomond in der Interpretation dieser Band wird von keiner anderen MPS Band übertroffen.

Es werden Gruppen gebucht, die besoffen die Besucher anmachen oder die weder Töne treffen noch die Instrumente beherrschen. Josh Elliot ist einer der hervorragendsten Gitarristen, die auf dem MPS Gelände aufspielen. Jedes Gig ist anders. Ich wünsche mir für 2015 mehr von dieser Band zu sehen.

So, nun genug gebettelt, zurück zu den Ereignissen des MPS.

Zunächst mag es den geneigten Stammleser meines Blogs interessieren, ob meine drei emsländer Freunde Toby, Lars und Maik ihre Taschenlampe wieder bekommen haben.

Wer meinen Telgte Bericht gelesen hat, erinnert sich vielleicht, dass die drei in recht glückseliger Verfassung in Telgte nächtigerweise noch das eine oder andere Getränk mit uns konsumiert hatten und die Herausgabe der weinselig vergessen Taschenlampe an die Einladung zu einem drei gängigen Frühstücks gekoppelt war.

Ja, sie haben die Lampe wieder und sie haben mächtig aufgefahren, wir wurden zu viert (!) zu Rührei mit Speck, Käse, hart und weich gekochten Eiern, Feta und Mozarella mit Tomate und was weiß  ich eingeladen.

Jungs ihr ward Klasse und wenn ich mich auch aus irgendwelchen Gründen nicht mehr so ganz an alle Themen erinnern kann, die wir Freitag Abend diskutiert haben (ich glaube es war der Weltfrieden unter besonderer Berücksichtigung des Abschmelzens der Polkappen Smiley),  war es wieder ein Genuss, Eure Gastfreundschaft in Anspruch zu nehmen. Schade dass ich Euch nicht in Borken treffe, ich muss leider arbeiten …

Der Falkner achim beim MPS ÖjendorfWer das Öjendorfgelände noch nie besucht hat, sollte sich für das nächste Jahr unbedingt den Besuch des MPS “Ö” in den Kalender schreiben.

Einerseits ist Hamburg ja durchaus eine sehenswerte Stadt, was ich selbst als Bremer zugeben muss (netter Vorort von uns…), andererseits ist das Gelände fantastisch im Öjendorfer Park mit einem riesigen See, viel Bäumen, den meisten Händlern, den meisten Heerlagern, der größten Show und, und und … beglückt.

Man kann in zwei Tagen beim besten Willen nicht alles sehen.

Wir haben uns am Samstag auf die Musik konzentriert und den Sonntag mit der Erkundung des Marktes.

Und was sieht man da nicht alles!

Eine Hamburger Schwertkampfschule, die Interessierte in das Fechten mit dem Langschwert einführt – diese Einführung endet in einer fingierten Schlacht.

Natürlich gewinnen die Guten. Blöderweise gibt es kein Burgfräulein zu retten,  sonst hätte ich mitgemacht. Wer sich dafür interessiert schaut hier nach.

Wer aus dem Norden kommt und das Fechten mit dem Langen Schwert von Grund auf erlernen will, kann sich ja mal bei Klopffechters Erben umschauen – dort lerne ich das Fechten.

Vielleicht kreuzen wir ja mal die Klingen …

Öjendorf bot noch viel,  viel mehr – den Falkner Achim, Kiepenkasper, Bruchenballturnier, Gewandungsprämierung, Markteröffnung mit neun(!) Nonnen die irgendwie alle gleich hießen, Pestumzug, Kinderritterturnier, Zauberer, Fechtkampfgruppen, Ritterturnier mit und ohne Fackeln, verrückte Marktbesucher, tausende von tanzenden Menschen ….

Wenn Du nicht dabei warst, wird es höchste Zeit, den 2015 Termin in Deinen Kalender einzutragen.

Und Dir möglichst beim MPS in Remeringhausen oder in Borken oder in Hohenlockstedt einen kleinen Vorgeschmack zu holen.

A propos Hohenlockstedt: ich habe noch eine Tageseintrittskarte mit Autogrammen von Saltatio Mortis und Versengold für HoLo zu verlosen.

Hat jemand eine gute Idee, wie?  Dann her damit. Bis dahin, gehabt Euch!

Das Fotoalbum findet Ihr hier.

20 Jahre MPS in Telgte – eine großartige Party

Anni_Oakley von ElmsfeuerEs war wieder einmal  ordentlich was los in Telgte  – obwohl das Wetter nicht so ganz mitspielte.

Nach 20 Jahren MPS in Telgte und mittlerweile sechs Lichtermärkten ist die Veranstaltung allerdings so etabliert, dass sich auch bei ungünstigen Wetterprognosen  zehntausende auf das wunderschöne Gelände begeben, um Ritter zu bestaunen, zotige Sprüche bei der Morgenmesse zu hören oder geniale Musik zu hören.

Am Freitag Nachmittag traf ich auf der Campside ein – und es sah extremst düster aus. Schwere, schwarze Wolken drohten am Himmel – und sie hielten ihr Versprechen, es schüttete wie aus Kübeln.

Wenn ich die Wüste bewässern wollte, würde ich Gisi ein MPS dort durchführen lassen, er bringt ja nahezu jedes Mal Regen mit!

Glücklicherweise konnten wir rasch vorher noch den Pavillon aufbauen und dieser zentrale und vor allem trockene Punkt sollte an diesem Freitagabend noch eine gewichtige Rolle spielen.

Als der Regen nämlich nachließ, kamen aus dem Auto neben uns zwei freundliche Typen ausgestiegen. Sie hatten uns schon vorher zugeprostet und hatten – wie wir – kein Problem mit dem Wetter.

Jedenfalls packten sie ihre Stühle aus, brachten ein Fässchen Krombacher mit  und das war der Start eines gigantisch lustigen Abends mit ebenso gigantischer Party.

Klaus und Michael aus dem schönen Emsland waren mit Schwester und vielen Freunden zum MPS und die meisten zum ersten Mal.

Ich nehme es vorweg – sie wollen – natürlich – wiederkommen!

Wie dem auch sei, am Ende des abends, oder vielmehr mitten in der Nacht, waren so etwa 30 Leute aus den umliegenden Zelten unter und um unseren Pavillon. Cool, das ist es, was ich an der Campside so liebe!

Apropos Emsland: meine drei Freunde, Toby, Lars und Maik waren auch wieder da, und was soll ich sagen: Maik hat versprochen, uns in Öjendorf mit einem gigantischen Frühstück zu versorgen. Und Freibier. Wenn Du Dich nicht mehr erinnern solltest lieber Maik behalte ich die Taschenlampe, die Du bei uns vergessen hast!

Der Samstag war trocken und es war ziemlich warm, glücklicherweise traf die Wettervorhersage mit Regenschauern und Gewitter  und nicht ein.

Gisbert hatte geniale Bands eingeladen, Saor Patrol, Rapalje, Omnia, Faun, Elmsfeuer, Mr. Hurley & die Pulveraffen,  Feuerschwanz, und Saltatio Mortis.

Mit dabei waren auch die Kilkenny Band, von der ich noch immer glaube, dass die Bühne eine Nummer zu groß für die jungen Leute ist, und Cultus Ferox .

Die Bands, die so langsam den Durchbruch geschafft haben und sich zu Publikumslieblingen entwickeln sind für mich Elmsfeuer und Mr. Hurley.

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